Johnnygeschichten

Bestand

Es gibt Dinge in meinem Leben, die haben Bestand. Manche davon gefallen mir. Und manche nerven mich einfach nur. Aber dafür hab ich ja meinen lieben Blog und muss es nicht jedem Menschen auf die Nase binden, da es hier verflucht nochmal um Menschen geht.
Und nein, das wird keine von diesen "Gestern war mein Leben noch in Ordnung" Geschichten.
Es war gestern in Ordnung. Und heute ist es das auch noch.

Ich bin am Sonntag zum grillen eingelanden. Bei Manni. Pfffffft. Ganz ehrlich. Ich hasse es, wenn ich nicht in meinem Rollstuhl sitzen kann. Und irgendwie schaffe ich es immer wieder, die Situationen so zu drehen, dass ich in meinem Rollstuhl sitzen kann. Aber bei Manni klappt das nie. Egal wo er eine Party oder Dergleichen steigen lässt. Es sind immer so alte Gemäuer, dass ich auf Alternativen umsteigen muss.

Mein Konflikt ist folgender. Wir sind seit fast 20 Jahren befreundet. Ich bin der Mensch, der mehr Zugriff zu ihm hat, als seine Frau oder seine Mutter.
Warum in aller Hölle, kann er keine Rücksicht darauf nehmen, dass wenn er mich dabei haben will, er dafür sorgen muss, dass ich eben in meinem Rollstuhl sitzen bleiben kann. Es ist mir einfach unangenehm und ihn juckt es nicht. Das war jetzt schon so oft so. Seine Geburtstafge, oder die seiner Frau. Immer in dieser Wohnung im Dritten Stock. Seine Hochzeit in einem Kellerverließ. Weils billig war nehm ich an. Und die Kindtaufe. Und immer wieder kriege ich durch die Blume gesagt, dass es ihm egal ist ob und wie ich da rein komme. Immer wieder heisst es "Nimm Carsten mit. Der trägt dich!" Letztes Jahr im November, als sein Sohn Geburtstag hatte, was ich in einer Rundmaileinladung erfuhr, ging ich einfach nicht hin. Ich kaufte eines der vorgeschlagenen Geschenke bei Amazon (aus der dafür Vorgesehenen Geschenkeliste) und ging einfach nicht hin. Ich antwortete etwas zynisch auf die Einladung.

Als ich mich dieses Jahr mit ihm getroffen hatte, es war sogar mehrfach, hatte ich immer so das Gefühl, dass es ihm nicht nur a) zu wenig war, sondern dass b) auch noch mir die Schuld dafür geben wollte. "Es ist nicht mehr so wie früher... bla bla bla!" Dann ist es eben nicht mehr so wie früher. DAs liegt aber nicht an mir. So langsam habe ich auch echt die Schnauze voll einen auf Guter Freund zu machen und da hinzugehen, obwohl es für mich anstrengend ist, und ich auch eigentlich an meinen Freundschaften hänge. Aber so wie er damit umgeht, so tut als wäre es ihm doch scheissegal, habe ich diesmal auch kein Problem damit einfach kommentarlos nicht zu erscheinen?

Warum ist das eigentlich so, dass mir niemand hinterherläuft? Und warum scheint es so, als würden die anderen sich das gerne gefallen lassen, dass ich eben über sieben brücken gehe um sie zu erreichen.

Das liegt sicherlich daran, dass ich sie mehr mag, als sie mich. Oder es liegt einfach daran, dass ich mache was ich will, und dass ich weis wie ich sie erreiche.

Aber nicht mehr um jeden Preis.

So ein Mist.

Ich geh da nicht hin. Basta.

3.9.15 15:44, kommentieren

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My Baby Blues

Es ist passiert. Tatsächlich.
Da war sie auf einmal. Das Alien. Dieses Wesen vom anderen Planeten. Und doch nur ein Mensch. Ein Mensch mit schönen augen. Einer Güte, wie man nur von ihr Träumen kann. Ein Körper den man nicht vergessen kann. und Küsse mit denen man die Erde verlässt.
Sie passt, sie tut gut.
Und ich hatte nicht erwartet dass ich sie jemals treffe. Und doch wusste ich dass es sie gibt.
Es ist passiert.

2.9.15 17:26, kommentieren

Sweet November

Mensch was ein Traum. Das war maln Experiment. Sich ganz bewusst mit einem Gedanken befassen, und dann son luzider Traum. Danke an mein Unterbewusstsein.
Ich habe diese Woche Geburtstag. Ich hab Gott und die Welt eingeladen. Ich habe überhaupt keinen Überblick wer alles kommen könnte. Aber ich hab mir zur Feier des Tages ne mobile PA bestellt. Wahrscheinlich ist sie Schrott für den Preis. Aber ich hab auch keine großen Erwartungen daran. Sie soll einfach nur spielen. Musik machen. Sie soll mir das elende aufbauen des Laptops ersparen. Da krieg ich jetz schon stehende Nackenhaare.
Vielleicht taugt das Teil auch noch als live PA. Das kann ich ja auch noch probieren. Wenn nicht, dann nicht.

Mein Traum steckt mir noch in den Knochen. Positiv. Nur weiß ich nicht wirklich viel damit anzufangen. Aber vielleicht kann ich mich in nächster Zeit ein bisschen mehr damit befassen. Vielleicht bekomme ich ja auch ein Feedback. Ausnahmsweise hab ich mal nicht das Gefühl verrückt zu werden. Was wahrscheinlich bedeutet, dass ich langsam verrückt werde.

Es war schon mal schlimmer. Ich hab nur noch etwas Bammel vor der Party. Obwohl ich gestern auch schon darum gebeten habe mir diese ungerechtfertigte angst zu nehmen. Dieser Anspruch ein guter Gastgeber zu sein. Das liegt mir in den Genen Bisher war es im Nachhinein auch nie wirklich schlecht.

Bin gespannt was passiert.

Wird schon

18.11.14 11:12, kommentieren

Ein Freund, ein guter Freund

Das ist das Beste, dass es gibt auf der Welt.
Singt sich so schön. Die Wahrheit ist dass es tatsächlich kaum etwas Besseres gibt. Ich mag meine Freunde. Obwohl mich gerade der ein oder andere ziemlich aufregt.

Ich krieg das kotzen, wenn ich daran denke, wie ich vor 2 Wochen die Mail von der Ehefrau meines Freundes bekam, in der sie zur Geburtstagsfeier ihres Sohnes Einluden. „Hallo ich werde ein Jahr alt. Kommt bitte am xxx um xxx und hier ist eine Liste mit meinen Geschenkwünschen….

Keine Anrede, nix. Nichtmal von meinem Freund selbst geschrieben. Das lässt er seine arme Frau machen. Ich kann sowas nicht leiden. Bei aller Liebe. Er meldet sich kaum noch. Beschwert sich aber immer, dass wir so wenig in letzter Zeit machen. Das sagt mir zumindest seine Frau. Und die nötigt mich und einen anderen Kumpel schon fast immer, dass wir uns mit Ihrem Mann treffen, weil der ja wieder mal raus muss. Hallo? Seit wann ist das ne Selbsthilfegruppe. Das ist sowas von unentspannt. Aber man trifft sich trotzdem. Ich mag ihn ja. Und wir sind Freunde. Zumindest mal richtig gute Freunde gewesen. Ohne dass jetzt etwas schlimmes vorgefallen wäre. Aber ich denke man hat sich besonders die letzten 3 Jahre, seitdem er geheiratet hat, auseinander gelebt. Was aber auch völlig Okay ist. Dafür heiratet man doch, oder gründet man ne Familie um sein Leben in eine bestimmte Richtung zu lenken. Ich habe mich auch nie beschwert.
Ich kann aber auch nicht, wenn wir uns mal treffen, heucheln wie toll ich es finde, dass er das mit seiner Familienplanung so toll durchgezogen hat. Ich sehe keine homogenität. Keine Interessengemeinschaft. Ganz im Gegenteil. Ich sehe nur dass ohne Ende versucht wird mit allen Ecken und Kanten zusammenzuleben, ohne dass ein Kompromiss freiwillig gemacht wird, oder einem der beiden gut tut.

Und ich sitze da und bin immer wieder einfach froh darüber, dass ich mein Leben einfacher gestalte, und es meines Erachtens nach auch nur so Qualität hat.

Is ja auch scheissegal. Ich bin jedenfalls nicht der, der sich über die aktuelle Situation beschwert. Obwohl ich gerade wirklich genug um die Ohren habe. Wenn sich einer bei mir meldet, dann bekommt er immer ein offenes Ohr oder einen Partner mit dem er essen gehen oder reden kann.

Ich verstehe die Welt manchmal nicht.

Aber das muss ich auch nicht.

Ich bete zum Himmel, das ich gleich in der Werkstatt nicht unbedingt ne Hiobsbotschaft bekomme.

Amen

R

3.11.14 14:53, kommentieren

Wäre es jetz abnormal für dich, wenn ich sage, dass ich dich liebe

So eine Scheisse aber auch. Da verhalte ich mich jetz schon ne ganze Zeit wie ein abgeklärter Typ, und dann rutscht mir sowas raus. Was ist eigentlich in mich gefahren. Warum zerstöre ich meine fiktive Traumwelt in dem ich mein Unterbewusstsein förmlich dazu auffordere mir Ärger zu machen.

Gut Ärger hab ich keinen bekommen. Ganz im Gegenteil. Die Antwort auf meine Frage lautete „Nö, ich denke wir verstehen uns!“ Und dass ich noch Sehnsucht nach einem wahnsinnigen Kuss habe musste auch noch raus. Was soll die Frau jetz von mir denken, ausser dass Sie denkt dass ich das nur gesagt hab weil ich betrunken war. Und sie hätte ja auch Recht. Wie viele Abende habe ich dagehockt und mir in die Faust gebissen damit ich sowas nicht sage. Selbst an diesem Abend. Dann bitte ich um ein Zeichen des Herrn und bekomme es von Ihr per Whatsapp in dem Sie sich für den Flachmann bedankt, den ich ihr geschenkt habe.

Ich glaube ich wollte einfach einen Stein ins Rollen bringen. Und nüchtern habe ich zu viel Respekt davor. Ich wollte mir einfach nur helfen. Und jetz ist eigentlich Funkstille. Aber das isses ja sooft. Sie lässt mich das Spiel machen. Falls sie es überhaupt rafft. Sie steht da auf dem Schlauch und hält mich immer noch für… ach was weis ich. Für einen Star ohne Herz.

Aber es ist nicht so, dass das mich jetz wirklich umbringt. Weil das eigentliche Problem, also das sich anbahnt, ist die Operation Black Pearl. Die Rentenversicherung will viel zu viel Kohle von mir für mein Schiff. Den Kansas City Shuffle habe ich bisher mit Bravour gemeistert. Meine Zwei Firmen machen sich beide Hoffnung auf meine Zusage und für mich wird das Eis und die Schlinge die sich um meinen Hals legt, langsam immer dünner. Aber jeder Tag bringt neue Möglichkeiten für neue Entscheidungen.

Ich hab hier ne neue Kollegin. Blond Blaue Augen, ganz nett, hübsche Stimme. Wirkt wie ein Engel. Das äußert sich immer wieder darin, dass ich kleine Geschenke von ihr auf meinem Schreibtisch finde, wenn ich so gegen 10 das Büro betrete. Schon ein Paar mal war das jetz. Sie quatscht auch immer mit mir und ich habe das Gefühl ich könnte jeden Scheiss erzählen. Sie hört immer zu als steckt da einen Philosophie drin. Nur leider habe ich garnicht den Drang ihr solche Gespräche zu drücken, weil sie nicht mein Typ ist, denke ich.

Ja ja. Es könnte alles wesentlich schlimmer sein. Meine Karre fällt übrigens bald auseinander. Ich kann nicht in die Werkstatt weil alle verfickten Arschlöcher sich gerade Winterreifen draufziehen lassen. Ich bete das mein Getriebe mir das alles nicht übel nimmt. Könnte ein wenig dauern.

Ach ja. So sehr sehne ich mich nach einem Kuss des Wahnsinns. Nicht irgendeinen Kuss. Der Kuss des Wahnsinns. Die Starthilfe, die ich gerade brauche. Die Wonne. Der Energiespender. Ich würde in den Puff gehen wenn ich wüsste, das ich da sowas bekomme. Aber ich bekomme da sowas nicht. Nicht für alles Geld der Welt. Das macht mich irgendwie schon wieder weniger unglücklich.

Man ey. Es ist Montag. Fick die Ziege. Alles wird gut. Und hoffentlich nicht so teuer

27.10.14 18:04, kommentieren

Ich leide und fühle mich so entsetzlich gut wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr

Das ergibt keinen Sinn. Und doch wieder so viel. Aber anscheinend macht es mir spaß so zu sein. So zu fühlen. Naja und fast schon emotional durchzudrehen um im nächsten Moment festzustellen, dass alles in Ordnung ist. Vielleicht kommt diese Ablenkung zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben.

Machen wir uns nichts vor. Technisch gesehen stehe ich vor dem Desaster. Mein Rollstuhl macht komische Geräusche. Mein Auto macht komische Geräusche. Mein Bauch macht komische Geräusche. Mein Herz macht… Pflopp. Es ist offen. Geöffnet. Wie eine Flasche Bier. Flopp. Die Hornhaut die sich über die Jahre darum gebildet hat ist bei weitem nicht so dick wie ich es mir erhofft oder befürchtet habe. Ich bade mich im seelischen Leid fühle mich dabei Menschlicher denn je. Die Hoffnung ist das. Der Wille daran zu arbeiten ist da. Und ich weiss dass meine Farben wieder da sind. Kaki und Schwarz. Der Wahnsinn. Es war mir mal ne Zeit lang egal was ich trage, wie ich aussehe. Wie ich rüber komme. Jetz bin ich wieder true. Ich habe ein Paar echt herzensgute Menschen um mich, die gerne mit mir Abhängen. Abhängen wie ein gutes Steak.

Dabei ist es ja überhaupt nicht so, als wäre in letzter Zeit bei mir nichts vorangegangen. Ganz im Gegenteil. Die Genehmigung für meine Karre ist durch. Meine Stellenanhebung auf Arbeite, auch durch. Für die Karre wollen die 15.000 Euro von mir. Hammer. Ich muss jetzt irgendwie sehen, dass ich das durchkriege ohne vor dem finanziellen Ruin zu stehen. Gleicher Zeit soll mein Herz und mein Verstand weiter genau so zusammenhalten, wie sie es eben gerade tun. Die Zeit. Die Zeit ist gerade mein Freund. Zeit braucht der Mensch für alles. Und die muss er sich nehmen. Das halbe Leben ist Zeitmanagement.

Vielleicht nennen sie mich deshalb spiesser. Weil ich mich nicht mehr einfach auf die Reise mache, wenn mal einer anruft „Hey Johnny fahr doch einfach mal quer durch deutschland!“

Anderseits würde ich das für jemand anderen sicher tun, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber die Zeit ist noch nicht da. Mein Schiff ist noch nicht da. Kommt Zeit kommt Schiff und hoffentlich die Idee wie ich den Eisbecher, den ich gerade mein Leben nenne, mit etwas Sahne und einer Kirsche zieren kann.

Ich nenne das hier alles Operation Black Pearl.

In diesem Sinne

20.10.14 10:32, kommentieren

Showdown zum Feierabend

Ich arbeite zwar in einer Behörde, aber es gibt hier echt ein Paar coole Leute, die beängstigend nahe meine Lebensphilosophie teilen.

Ich rede gerade von meiner Verliebtheit. Ich erzählte von dem Mädchen, dass so weit weg ist. Ich erzähle von meinen gebundenen Händen in dieser Situation und dass ich trotzdem so belebt bin und ich irgendwie immer auf mein Glück warte. Bis es Eintrifft oder sich andere Tore öffnen.
Ich habe mir ja nicht das einfachste Ziel gesetzt. Aber ich will eben nur das erreichen, was in meinem Kopf abgeht. Solange ich das mit ihm vereinbaren kann.

„Was spricht gegen so ne Beziehung in der man sich selten sieht!“

Er:“Richtig. Die meissten Beziehungen scheitern ja daran, dass man sich oft sieht!“
Ich: „Eben. Wozu braucht man dann immer jemanden um sich, oder? Mein Leben is doch geil“
Er:“Richtig. Und zwar zu hundert Prozent. Und wenn du deine gebliebte Siehst sind es 110 Prozent! Und mehr als hundert Prozent braucht man eigentlich nicht. Das is Luxus Junge. Das kann von mir aus eine Leben so weiter gehen.“

So infantil sich dieses Gespräch auch anhört, ist mir durchaus bewusst wieviel ernst dahinter steckt. Ich m eine der Junge is 7 Jahre jünger als ich. Aber er teilt dieselbe Meinung wie ich. Solange ich mich für jemanden verändern muss, will ich ihn nicht haben. Es sei denn ich verändere mich freiwillig.

Und tatsächlich. Ich denke manchmal dass es das schönste ist sich selbst zu lieben. Und das ist wirklich toll. Der Junge, mag er vielleicht auch ein kleiner Teufel sein, der in mir einen Komplizen gefunden hat, sprach mir total aus der Seele.

Jetz mach ich mich auf den Heimweg. Ich liebe diesen Job.

26.9.14 17:52, kommentieren