Today

Peinlich

Lange war mir nichts mehr so peinlich. Aber so ist das nunmal, wenn man sich wie ein Kind benimmt, dass lächelnd, ohne auf Ampeln oder Autos zu achten über die Straße rennt, und überfahren wird.

Und das gute, oder das schlechte (eher das gute denke ich) ist es, wenn man alles ohne wirkliche Kratzer überlebt. Noch besser ist es dann, wenn es keiner mitbekommen hat.

Naja. Wie gesagt. Es habe alle überlebt, und einige werden mal wieder ein bisschen genervt von mir sein.

Wenn ich heute eine Singleanzeige von mir aufgeben würde (Gott bewahre mich vor einer weiteren Dummheit) würde die wahrscheinlich so klingen.

Über mich:
Bin schon 29 Jahre, aber teilweise recht unvernünftig für mein Alter. Ich springe über Brücken ohne zu wissen wie groß das Loch ist, dass sich darunter befindet. Ich weis nicht wie tief ich falle oder ob ich drüben ankomme. Es ist mir an sich nichtmal egal, weil mein Leben mir lieb ist, aber andererseits ist es mir zu anstrengend immer darüber nachzudenken. Wir mir ins Gesicht sieht, der wird schnell erkennen, dass ich bisher mit 2 blauen augen davon gekommen bin.

Wenn eine Frau sowas liest, dann wird ihr verstand wahrscheinlich sagen "RISIKO-VOLLIDIOT". Natürlich zurecht. Aber es ist ein kleines Schema in das ich immer wieder verfallen wenn ich mich in einer Phase wie dieser befinde. Die Phasen sind heute nicht mehr so krass, und auch nicht mehr so lange wie früher. Aber in der kurzen Zeit sind sie umso intensiver. Relativ schnell wird mir dann klar, dass ich einmal mehr auf mich achtgeben muss.

Und über all sind dann hier und da doch diese Engel, die mich schon fast dazu überreden müssen das haus zu verlassen. Ich komme in die Wohnung und entdecke gerade das Schneechaos auf meinem Fussboden. Ich wische es auf (nicht den Boden sauber machen- nur aufwischen) und weis, dass ich morgen oder übermorgen mit dem Hausputz beginnen kann.

Es regt mich dann manchmal auf, weil ich mir ja die Räder nicht ausziehen kann. Andererseits hab ich eben auch keinen Bock, dass das Streusalz mein Laminat zerstört.

Kurz darauf kommt Manni zu mir, mit Carsten und Freundin, und macht meine Abzugshaube für die Küche fest. Viel zu hoch. Ich komm eh nicht dran, aber hey; ich hab das Ding bezahlt, es sieht jetz gut aus, und vorher ging es ja auch ohne.

Natürlich ließ ich mich zum Burgerday überreden, auf den ich keine Lust hatte, weil er im Cubana ist, wo man mich REINTRAGEN muss.

Das heisst, dass es mir zu anstrengen ist. Aber ich bin einfach aus Dankbarkeit mitgegangen. Alle fragen mich was ich für ein Problem habe, dass man mich da reintragen muss. Es ist nicht so dass ich mich dafür schäme. Ich gehe solchen Situationen Zeitlebens bewusst aus dem Weg. Es geht auch einfacher. Aber mein Gott, da waren wir nun.

Es war irgendwie auch das erste mal, dass Manni und Carsten mehr Alkohol getrunken haben als ich. Was ich allerdings gut fand. Ich dachte mal ne Zeit lang, dass die nur aus Sympathie zu mir trinken. Das hat mich gefreut. Mein Bierdurst lässt mich auch ziemlich kalt angesichts der Tatsache, dass ich in dem Laden auch garnicht aufs Klo komme.

Der Abend dauerte auch länger als sonst. Ich war um halb 11 zu hause. Alle waren hocherfreut, dass ich den Uefa Europa League abend habe sausen lassen. Ich wusste allerdings dass die Spiele später begannen, und hätte mir so noch die zweite Halbzeit gegeben.

HÄTTE, WÄRE, WENN...

Tja, denn Manni hatte mein Telefon angeschlossen und dabei den Skatstecker aus dem Fernseher gezogen. Hab ihn selber nur soweite reinbekommen, dass gerade der Ton kam (wie bei deiner Mutter)

Vorher hab ich noch gelacht, weil das Telefon funktionierte, sogar eine Nummer hatte, ohne jeden Antrag bei Telekom.

"Es ist so dass elektronische Geräte generell funktioniere, wenn Manni sie anschliesst. Ich denke sie haben schiss, und wissen genaus mit wen sie es zu tun haben. Wenn er wieder weg ist dann..."

So denn. Ich sitze hier und langweile mich. Ich starre auf ein Bild und eine Weisse Gitarre, die hinter mir steht. Immer wieder abwechselnd. Die klirrende Kälte passt mir.

So kommt der Kontrast zwischen wärme und kälte besser zur Geltung.

Meine Exfreundin (wuhahahaha es geht schon wieder los) hat seit heute den Status Single in ihrem Internet Profil. Vorher hat sie aber noch meine Seite besucht, ohne sich unsichtbar zu machen. ebenso wie ihre Mutter. Das ist ebenfalls peinlich, oder einfach nur grundehrlich. Bei letzterem würde ich mich allerdings sehr wundern. War nicht eine ihrer größten Eigenschaften.

Nach dem meine ExSchwiegerma ein Paar Bilder ins Netz gestellt hatte (natürlich hab ich sie mir angesehen und ich hofffe dass ich unsichtbar bin) würde ich in jeder hinsicht bestätigt, dass gerade alles so ist wie es ist.

Keine glücklichen Menschen, nichtmal halbwegs zufrieden. Solche leute sollten nciht zueinander finden. Das kreide ich mir ja selbst an. Aber man sollte zumindest zu der Grotte des Lebens stehen, die man sich selbst geschaffen hat.

Kaffeee

1 Kommentar 2.12.10 10:45, kommentieren

Werbung


Das leben riecht entweder neu oder doch alt bekannt gut

Keine Ahnung warum ich genau diese Formulierung im Kopf hab. Aber auch wenn ich vielleicht noch nicht zu Hundert Prozent da bin, wo ich hinwollte, fühle ich mich so gut wie schon lange nicht mehr.
Das muss nichts gutes heissen. Aber warum soll es auch immer was schlechtes heissen?

Wie soll ich es beschreiben, damit ich es selber am besten verstehen kann? Meine seelischen fesseln sind entweder kleiner geworden, oder ganz weg. Ich denke, dass ich einfach mein eigener Herr sein will. Und das ist schon immer so gewesen. Und das hatte ich nun schon länger nicht mehr.

Ich musste jemand sein, der ich sein sollte, vielleicht selbst sein wollte. Zumindest hab ich mir das eingeredet. Nach der nun doch bewussten Trennung wird mir wieder klar, wie sehr ich darunter leide, wenn ich mir selbst einrede, dass ich, wenn ich so bin wie ich bin, einfach nicht der bin, der ich sein sollte. Ich weiß nicht was ich nun bin? Ich bin einfach ein bisschen zufriedener. Keine große Verantwortung. Mein Auge richtet sich nur auf mich. Hin und wieder bin ich da wo man mich braucht, wo ich aber sein will.

Ich sehe nicht mehr denen in die Augen, denen ich ein Rätsel bin. Weil ich eben kein Rätsel bin. Vielleicht war ich nie das Rätsel. So schwierig ist es nicht, wenn man so ist wie ich. Man sollte jeden sein lassen, wie er sein will, wie er ist.

Das hat mir gefehlt. Lange gefehlt. Und komischerweise kann man sich dieses Gefühl nur selber geben und darauf warten, dass es da irgendwelche Menschen gibt, die einen so weiter leben lassen.

Nichts ist schlecht, solange man etwas gutes tun kann. Am anfang ist es vielleicht schlecht. Und dann muss man versuchen diesen Anfang zu finden in diesem Psychowollkneul.

Ich glaube die Grippespritze die ich heute bekommen habe tut so langsam weh. Ich wollte sie nicht. Es gab sie umsonst beim Doc. Ich hatte vor 100 Jahren mal eine. War vielleicht ein Fehler.

Ich habe wieder Lust. Lust zu Leben. Lust zu feiern. Ohne dass jede Euphorie aus mir sprüht. Aber im Gegensatz zu der Situation, in der sich meine Seele vorher befand, fühlt sich das schon fast wie Euphorie an.

Man muss wohl erst in der Scheisse sitzen um die Einfachheit des Lebens zu schätzen zu wissen.

Wunderbar.

It ain't easy for am Boy namend Sue.

Danke Johnny Cash

16.11.10 22:42, kommentieren

Stand der Dinge

Ich verstoße heute schonmal gegen so ein Paar Prinzipien. Aber das Buch dass ich gerade lese erlaubt mir genau diese. Ich hab gerade nichts besseres zu tun als Gitarre zu spielen und den Wein zu trinken, den mir Karlheinz gestern geschenkt hat. Da geh ich in die Praxis, gebe Anweisungen und meinen Plan von besserung meiner Körperlichen Verhältnisse an, und da bekomme ich eine Flasche deuteschen Weisswein von Kalle. 15 Prozent. Sowas hab ich noch nicht getrunken. Also was wein angeht.

Ich bin seit Jahren in einer Phase in der ich mich in einer Art unterfordert fühle, auf der anderen Seite aber keine Kraft verspühre irgendwas zu verändern. Ich wollte dass die Zeit entscheidet. Also so wie, "Lass deine Freundin, oder irgendwen die Verhütungsmittel vergessen und ein Kind daraus entstehen."
Ich bin ganz froh dass dieser Plan noch kein Fleisch angenommen hat.

Nach dieser vermeintlichen Trennung in der ich gerade Lebe, merke ich dass ich mich komischer weise nur an einem Ort wohl fühle. Und zwar auf dem Boden der Tatsachen. Bei Null anfangen. Zu wissen gewonnen oder vergeigt zu haben. Ich glaube ich habe gerade vergeigt. Ich aale mich in einer Art Selbstmitleid und gleicher Zeit mache ich mich Stark mit meiner Erinnerung, meinen Gedanken. Alles was mir sagt, dass ich eben bis hier hin gekommen bin und bei diesem Wetter nicht draussen im Regen stehe.

Ich steh so mehr oder weniger alleine da. Aber das brauch ich wohl hin und wieder.
Zum einen war ich satt, zum anderen war ich hilflos.

Es geht hier um alles. Arbeit, Familie, Beziehung (was davon übrig geblieben ist)

Komischer weise ist die Beziehung das Einzige worauf ich verzichten könnte, ohne gleich zugrunde zu gehen. Mein Talent, meine Stimme, meine Ideen. Darauf möchte ich auch nicht verzichten. Mein Händchen mit den Menschen. Das möchte ich auch nicht verlieren. Und natürlich diesen Job in der GIT. Obwohl mich die Tristheit schon ziemlich nervt. Also nehme ich teil an diesem Menschlichen Theater, dass da in letzer Zeit fortgeführt wird.

Egal, ich lese, ich esse, ich trinke und schlafe. Ich gestehe mir die Liebe immer noch nicht ein.

Ich komm wohl eher klar darunter zu leiden alsdass ich damit klarkommen würde.

Möglicherweise bin ich in jeder Hinsicht nur glücklich wenn es schmerzt
http://www.youtube.com/watch?v=PSo4ww5oAiI

11.11.10 20:33, kommentieren

...

Stille, in mir, neben mir. Vor mir und von mir.
Ich will nicht reden über Dinge, die mich erwarten.
Ich will nicht philosophieren über den ernst des Lebens.

Wieviel Jahre hat man damit vergeudet. Damit zu reden, zu denken. Zu prophezeien, was nicht zu prophezeien ist.
Schwachsinn.

Wie selten haben wir einfach nur da gesessen, und über so unwichtiges gesprochen, das man nicht ernst nehmen musste.

Wie wichtig komme ich mir vor? Wie wichtig? Dabei ist nichts wichtig. Garnichts. Die Zeit bleibt nicht stehen.
Ich habe das Gefühl das alles schneller geht als früher. Ich habe das gefühl das alles schwerer geworden ist, und das man ohne es zu merken, sehr sehr stark geworden ist.

Es gibt eine Zeit der Jugend. Eine Kindheit. In der Zeit träumt man davon jemand zu werden, und kann am Ende nur hoffen niemals der zu werden, der man schon als kind nicht sein wollte.

Wollte ich als kind so sein? So wie ich jetzt bin? Ich denke ich habe mich schon übertroffen. Wie gering kann diese Erwartungshaltung gewesen sein? UNd das schon als kind. Oh mein Gott...

Warum lerne ich eigentlich so spät, dass man wissen muss, wo man sich im leben den stress ersparen kann oder das man ihn komplett aus dem weg gehen könnte, wenn man doch nur etwas heller wäre.

Ich hab einen kleinen Traum. Ein alter Traum. Da ist er wieder. Das kind in mir klopft mir manchmal auf die schulter als würde es mir sagen wollen "Nicht so hastig. Es ist doch schon auf dem Weg das zu sein, was du werden wolltest!"

Verstehen mag ich es nicht ganz. Lernen mag ich es.
Ein bisschen Muse. Ein bisschen Verstand und ein ordentliches Rumpsteak.

Geborgenheit. Wie hast du mir gefehlt. Und wie oft wirst du mir noch fehlen?
Sicherheit. Woher weis ich wo du dich versteckst.
Fürsorge. Wo bist du wenn ich falle? Reich mir deine Hand.

Muss man für all das wirklich kämpfen? Ich denke schon. Es ist wichtiger als jedes elende Kribbeln im Bauch dass uns zu verliebten menschen macht.

Ich werde jetzt in die Sauna gehen. DA warten ein Paar nackte alte Säcke mit denen ich danach noch was essen gehen werde.

Wie wunder bar. Diese Ironie. Dieser kleine Scherz.

Wachse du kleine Blume.

Number 9

22.10.10 14:27, kommentieren

...

So Tag 3 in Höxter und ich komme mal zum schreiben.
Bin also mal wieder in der Reha. Es ist herbst. Es ist kalt. Die Leute hier sind alt. Bis auf eins zwei Bekannte (und den ein oderen anderen neuen sind mir alle fremd) auch der neue. aber ich lerne ihn gerade kennen.

Das Aufnahmegespräch mit der russischen Ärztin war auch recht interessant. Bezüglich der Frage, wieviele Zigarretten ich am Tag rauche antwortete ich: "Naja, 5 - 7. Je nach dem, ob Alkohol im spiel ist.

Dr: Haben Sie übermäßigen Alkoholkonsum?
Ich: Wie? em. Ja, em Also. Kann sein. bestimmt.
Dr: Trinken sie regelmäßig?
Ich: Meinen sie jetzt wie oft, oder wie viel?
Dr: Kaufen sie das Bier kastenweise?
Ich: Ist ein KAsten auch schon Kastenweise?

Sie meint dass meine vermeintlichen Depressionen und die HUmmeln im Arsch davon kommen könnten. Meine Leberwerte seien allerdings Okay gewesen. Mein Blut wird untersucht. Mal sehen was die Analyse ergeben wird.

Jetz hab ich nichtmal mehr lust zu trinken. Ich glaube das das auch mit der Gesellschaft hier zusammenhängt. Also ich beteilige mich immer noch nicht an spieleabenden. Gesternabend habe ich sogar komplett alleine Verbracht.

Ich kann nicht mal sagen dass ich abstinent lebe. Also es fühlt sich nicht so an. Ich denke oft an ein Colaweizen. Dann denke ich wieder daran wie assig es wäre, sich alleine in die Kneipe zu setzen und Bier zu trinken. Das werd ich ja wohl zumindest mal bis zum Wochenende aushalten.

Allerdings steht für Notfälle eine Flasche Whiksky im Auto, eigentlich für alle sichtbar.

Ich muss sagen, dass ich mich nicht wirklich besser fühle. So vom Kopf her. Auch nicht wirklich frischer. DAs hänt aber wohl auch ein Bisschen mit den Therapien hier zusammen. Die erste woche ist immer echt unangenehm. Manchmal will man einfach alles nur noch hinschmeissen.

Andererseits habe ich den Sinn für "Erholung" son bisschen für mich entdeckt. Meine THerapie ist bisher recht gut eingeteilt. Ich mache nicht zu viel oder zu hart. Das war früher so. Reinhauen bis zum geht nicht mehr, und danach party. Ich war die letzten Abende sogar vor 0:00 im Bett.

Gestern war ich schon fast ein bisschen zufrieden, ohne dieses zu hinterfragen. Kann aber auch daran gelegen haben, dass ich mit Simpsons, House, und Bayern (hier gibt es sky) beschäftigt war.
Das kann auch der grund gewesen sein,warum ich gestern auf Gesellschaft verzichtet habe.

Also ich habe seit neuestem Krasse albträume. Ich sehe eigentlich nichts schlimmes, oder schlechtes. Ich fühle einfach nur meine Angst vorm geistigen Bankrott. Ich träume dass ich aufwache und in einem Nirwana hänge und verzweifle. Heute nacht hab ich im Traum gesagt "Wie lange machst du das noch mit?"

Ich bin weit entfernt davon der alte zu sein. Irgendwas in meinem Kopf hat sich vor ein Paar Jahren verschoben und ich habe es nicht ernst genommen. Ich gebe allen den wink mit dem Zaunpfal. Keiner will aber irgend nen Psychischen Schaden bei mir erkennen. Das sind eben Hummeln im Hintern oder unzufrieden heit.

Ich kann nur hoffen dass ich dieses JAhr mal schlauer und erholter Zurückkomme als sonst.

Meine Arbeit vermisse ich überhaupt nicht. Obwohl ich weis, dass ich einen Stapel Briefe auf meinem Schreibtisch hinterlassen habe, habe ich noch keinen Angerufen und gesagt was damit zu tun ist.

Ich denke ich werde da mal am Montag anrufen und denen sagen, dass sie sie rausschicken können.

Was ich echt gut zu ertragen finde ist, dass ich weis dass mir hier und da der Mut fehlt hoffnungsvoll nach vorne zu schauen. Ich habe hier gerade garkeinen Druck. DAs heisst ich kann mich komplett mit mir selbst beschäftigen. Manchmal vergesse ich gerade dadurch wie platt ich eigentlich bin.

In diesem Moment ziehe ich mich daran hoch, dass ich gleich ne Currywurst mit Pommes essen werde.
Es sprach mich auch schon leute auf ein Konzert an. Ich habe gesagt, dass wenn sie sich darum kümmern, dann werde ich spielen.

Ich zwäng mich hier niemanden auf: Ich bin ruhig. Und eigentlich habe ich viel zu viel hunger, als dass ich bis 18 Uhr aufs Abendessen warten will.

Hab mich bisher auch noch nicht rasiert seit ich hier bin. Man sieht es mir an, dass ich nicht so viel wert auf mein Äußeres gebe, dieses Jahr. Ich trage eine Wollmütze, unordentliche Haare darunter und JOgginklamotten.

Vielleicht ist das der neue Anfang. Wahrscheinlich aber nicht.

Ich geh mal mein Wasser trinken (Kein Bier, keine Cola) Nur wasser und Kaffe...

Mal sehen wie lange.

29.9.10 16:54, kommentieren

Noch eine Runde

Morgen ist mein letzter Arbeitstag, für eine längere Zeit. Wie jedes Jahr werde ich in die Reha fahren.
Normalerweise bin ich um diese Zeit schon fast auf dem Heimweg von der Reha.

Ich merke das innerlich, dass mir irgendwas fehlt. Ich merke, dass ich zu lange in der Git war. Länger als sonst jedenfalls. Ich merke auch mittlerweile den nachträglichen Umzugsstress. Mein Geist, meine Nerven. Alles geht gerade so ein bisschen auf dem Zahnfleisch.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade eine krasse Abscheu gegenüber Menschen habe.

Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass hier jeder sagen kann was er will, oder was er vom anderen hält. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und wenn sich dann ein "Opfer" auch noch wehrt, dann verstehen die Leute die Welt nicht mehr. Also hier bei mir auf Arbeit. Für mich ist keiner was besonderes.
Nichtmal ich. Jeder kann Täter und Opfer sein. Jeder kann sich selber zum Täter oder zum Opfer machen, solange er lust daran verspürt. Irgendwann merkt man doch eigentlich, dass das alles total beschissen ist.

Selbstdarstellung ist hier GAAAANZ groß geschrieben. Jeder kann über jeden Reden, ihn teilweise vor versammelter Mannschaft blosstellen. Ich habe selbst gemerkt, wie ich mich heute an soner Diskussion beteiligt habe. Es gab einen Streit in der Mittagspause. Ich war leider nicht dabei, habs nur im Nachinein mitbekommen. Protagonistin war dabei selbige Dame, die mich gestern ein bisschen bloßgestellt hat (natürlich ohne es zu merken).

Heute war jemand anderes dran. Son Typ, der naja, der hat halt Probleme. Offensichtlich. Also wenn der Mist redet, dann hör ich garnicht mehr hin. Andererseits ist er ein Grund, warum ich die Mittagspause so mag. Der Typ redet halt überall mit, weis alles Besser, ist Tänzer, Lebenskünstler, Philosoph, Göttlicher LIebhaber und naja. So stellt er sich eben da.

Manchmal denke ich, dass man ihm das Maul stopfen sollte. Und dann wiederum denke ich "Der will einfach ein Bisschen anerkennung. Wird schon merken, wenn er den Leuten auf den Sack geht!"

Ich seh und hör dann einfach nur zu, guck in die Runde, genieße das kleine Schauspiel. Manchmal denke ich mir "Ach deswegen haben die Leute mich früher nie gemocht..." Meisstens denke ich das.

Naja und heute meinte die Kollegin wohl sowas wie "Ach du und dein Gelaber. Das geht mir auf den S..." Daraufhin hat er seine Sachen gepackt und ist gegangen.

Hm. Ich habe mir gedanken gemacht. Beide haben ne schwere Meist. Und beide haben kein Fingerspitzengefühl. Da sind die richtigen aneinander Geraten. Jetzt geht es für beide eigentilch nur noch darum, dass sie genug leute auf ihre seite bekommen, die ihnen recht geben. Da der typ hier aber eh nicht so beliebt ist, wird das wohl schwer für ihn.

Kurz darauf hatte ich auch eine Aussprache mit der Dame. Es ging darum dass ich dringend Urlaub brauche. Ich hätte ja so furchtbar reagiert als sie mich letztens bat meine Zeiterfassung auszufüllen und mein Telefongeld zu bezahlen.

Das ärgerliche war nicht was sie gesagt hat, sonder wie sie es gesagt hat. Und das geht ihr nicht in die Birne. Zusätzlich saß noch ein Kollege hier. Und da lass ich mich nicht so anschnautzen. Noch ärgerlicher war, dass ich kurz vorher schon Geld zusammengesucht hatte und auch die Zeiterfassung für die erste Monatshilfe ausgefüllt hatte.

Nur mal so zum analysieren.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich zu den Leuten gehöre, die in manchen sachen nicht die Zuverlässigsten sind. Das weis ich ja. Ich gehör aber auch zu denen, die sich hin und wieder bessern, und auch mal einsehen, dass man sich mal zusammenreißen Muss.


"Mach das mit der Zeit erfassung BITTE- du bist eh immer einer von den Unzuverlässigen.... Ey und jetz verdreh nicht die Augen"

Wenn der Kollege nicht hier gesessen hätte, dann hätte ich einfach so getan als hätte ich es nicht gehört.

Jedenfalls haben wir uns vorhin darüber ausgesprochen. Sie konnte es nicht verstehen, dass ich so empfindlich reagiert hatte, weil sie es, für ihr eigenes Empfinden, in einem Normalen ton gesagt hat. Und ausserdem wäre ich doch auch unzuverlässig. Also wenn man alle hier im Haus betrachtet, dann gehörte ich ihrer Meinung nach zu den Unzuverlässigen. Wenn man mir sagen würde ich solle um 9 auf arbeit sein, dann käme ich eben um 9:05 oder 9:10, aber eben nicht um 9. Weil ich eben so unzuverlässig wäre.

Ich saß da, hielt inne und dachte nur, dass das alles nicht sein kann. Wie kann mir dieser Mensch sowas sagen? Was erlaubt sie sich. Dann ist es von mir aus eben eine Schwäche. Ich bin nicht beständig, oder sonderlich Punktlich. Das kann sein. Das betrifft die Arbeitszeit. Aber ich habe meine Arbeit bisher immer geschafft. Darauf konnte man sich verlassen. Das ich das hier alles auch mal nicht sonderlich gerne tue gebe ich zu.

Ich weis nicht wie ich das erklären soll. Aber da war so viel fehlendes Fingerspitzengefühl. Ich hätte ja auch mal so richtig blöd kontern können und sagen können

"ja weisst du, wenn du son bisschen mehr Autorität hättest, so wie mein Richter, dann würde ich deine Anweisungen ander entgegen nehmen. Aber weist du, du hörst dich einfach selber gerne reden, nimmst dich oft zu wichtig, und kannst nicht mal googlen. Du hast schwierigkeit ein Worddokument zu erstellen, wenn du eine Grafik einbaun sollst. Das ist das wo ich dir immer helfe weisste. Und dann freust du dich über jedes Kompliment dass man dir macht. Und macht man einem anderen ein Kompliment ist man ein Schleimer. Du hast eine kranke Beziehung zu deinem Sohn. Und em, ja das Haus redet über dich. Sie sagen aber nicht dass du nicht zuverlässig bist. Sie finden dich einfach nur doof. Sie lachen über deine viel zu enge kleidung, deine viel zu weiten ausschnitte (für dein alter, mein gott) und deine Nippel stehen hervor wie zwei hörner"


Sie wäre Kanonenfutter gewesen. Und ich hätte sicher Große Probleme bekommen, wenn ich das gemacht hätte. Ausserdem hätte ich ihre Gefühle, und ihren Stolz so richtig gekillt. Warum hab ich das nicht getan?


!!!WEIL MAN SOWAS EINFACH NICHT MACHT!!!

Ich fühl mich schon scheisse genug, wenn ich mich mal über jemaden lustige mache oder ihn parodiere. Aber eine Schwäche beim anderen zu erkennen, und dann so rein zuhauen. Das wäre doch fatal. DAs wäre unmenschlich. Das wäre "mit Kanonen auf Spatzen"

Ich bin mir sicher, dass ich nicht der beste Mensch bin. Aber ich bin für Diskretion. Anstand. Im Berufsleben zumindest. Ich hab den Laden da oben auch schon ganz alleine Geschmissen, als alle krank oder im Urlaub waren. Ich habe mich nicht beschwert. Ich hab mich auch nicht so aufgefüht. Über ein Lob vom CHef hab ich mich natürlich gefreut. Aber mehr auch nicht.

So verabschiede ich mich morgen für ein Paar Wochen von meinem Dienstherren. Was ich sagen wollte, das hab ich hier geschrieben. Ich bin doch nicht doof. Andere würden jetzt sagen "Gott sei dank habe ich es nicht gesagt und mich zusammen gerissen"

Ich hingehen sage, dass das von vorne herein für mich NoGo war. Ich habe mir die Scheisse angehört, mich hier und da verteidigt. Danach hat man sich die Hände gegeben. Okey, du bist ein Fauler Hund und ich habe den FAlschen ton drauf gehabt.


Trotzdem ist das nicht meine Art, das ganze so.

Versteht mich einer?

23.9.10 18:09, kommentieren

28 Minuten

Noch 28 Minuten bis zum Feierabend. 28 Minuten, die ich früher gehen könnte wenn ich von der Stechuhr her nicht im Minus wäre. Ich habe keine Gitarre auf Arbeit.
Seit heute ist die Geschäftsstelle wieder besetzt. Das heisst ich hab nichmal Arbeit auf Arbeit.

Bis auf dieses Verfickten CDs die ich Brennen muss weil wieder mal ein Richter einen Fehler im Programm kurz vor dem neuen Update entdeckt hat, welches nächste woche rauskommt.

Dann darf ich wieder BRENNEN...

Alles in Allem finde ich diesen Statistik und Rechnungs Lizenzscheiss den ich mache ja ganz unterhaltsam. Aber andererseits zieht es mich runter, wenn ich daran denke, dass ich Erinnerungen zum Lizenzstad seit Juni diesen Jahres im Land rumschicke.

Heute hatte ich die Faxen dicke und hab den Letzten Angerufen und gefleht dass er mir die Mitteilung gibt.

Kein Großer Höhepunkt heute. Die Rentenversicherung gibt der Klinik immernoch nicht den Rehabescheid und ich darf hier im Nirwana schmoren... und bin verdammt VERDAAMMMT.

Wenn ich heute nach Hause komme, dann werde ich kochen. Irgendwas fehlt mir ganz gewaltig momentan. Irgendwas was mit Menschsein zutun hat. Kochen is ne gute Sache.

Mein Essenexperiment verläuft an sich auch recht gut. Ich spare Geld und die Magenschmerzen sind anscheinend tatsächlich daraus resultierend, dass ich bis vor kurzem bis 12 Uhr Mittags nichts zu mir genommen habe. Ausser Kaffee.

Heute habe ich allerdings nur 2 Brote den ganzen Tag gegesse. Ich merke wie sehr mein körper mich schon wieder hasst.

7 Minuten vergangen. Ach scheisse. Was man in der Zeit alles m achen könnte. Und der winter steht so gut wie vor der Türe.

Hm Hm Hm, das gute an der ganzen Sache ist, dass ich weis dass ich hier jammere. Sonst würde ich wahnsinnig werden. Wenn ich das nicht schon bin.

Ich möcht manchmal wissen wie manche Menschen zu Ihrem selbstbewusstsein gekommen sind, die hoch erhobenen hauptes behaupten, dass ....

Faden verloren.

Schmor ich halt noch 19 Minunten...

Alles hat ein Ende, nur die wurst hat zwei

20.9.10 18:12, kommentieren