Memorys of a clown

Sonntag

Es ist der Tag vor heilig Abend. und der zweite Tag, an dem ich nun nicht "arbeite!"

Ich bin heute wesentlich früher wach als gestern. Ich habe diese Einöde schon wieder irgendwie satt. Draussen ist es kalt. Man will nicht vor die Türe und sieht das Tageslicht so selten, dass man garnicht richtig wach wird.

Ich bin irgendwie unterfordert. Ich möchte mich mal wieder richtig auspowern. Aber wie. Jetzt würd ich mir irgendwie wünschen, mal ne runde zu Joggen, oder zu Boxen. Wie früher. Einfach mal wieder körperlich an die grenzen gehen und nicht immer mental.
Schon merkwürdig. Die meisten Behinderten verstehen es nicht, wenn ich dass so ausdrücke. Körperlich komm ich einfach nicht an leistungsgrenzen. Es stimmt.

Hör mir gerade seit langem mal wieder ein BeatlesAlbum an. For Sale. Eigen lich schon recht geil. "I'm a looser" läuft gerade. Und danach kommt Baby's in black. Deswegen wollte ich es eigentlich mal wieder hören. Es ist so ne Art Walzer. 6/8 Walz nennt man sowas. Es ist kein wirklich schunkeliger 3/4 Takt, es klingt schmutziger, und man schön depressive Musik dazu machen, wie "der letzte Kuss", oder "Licht". Letzteres Spielte ich gestern aben mal wieder, und kam nicht mehr weiter an einer Stelle. DA hab ich gemerkt, dass ich mal wieder fit werden muss.
Ich hab kaum noch motivation einen alten Song zu ende zu spielen.

Es schreit alles nach Publikum. Und die Angst zu versagen. Ich bin einfach nicht wirklich in Form. Meine Stimme ist nicht astrein. Meine Atmung. Also hab ich gestern abend mal wieder die Klarinette Massakriert. Das ging merkwürdigerweise besser denn je. ALso scheint meine lunge wohl ganz in ORdnung zu sein.

Ich hab mit meinem Vater ein Paar alte Songs gespielt. Er ist nicht fit auf dem Keyboard.

Hab mich gestern ein bisschen mit meinem Bruder gefetzt. Immer und immer wieder dauert es kaum 5 MInuten, und er singe Brian Setzer. So ein Rockabillyfreak. Mein Bruder tut nicht anderes Mehr. Und gestern meinte ich "Kannst du uns mal in RUhe lassen mit deiner Scheiss Brian Setzer ClownsWelt?"

Er konterte auf einmal mit: "UNd du mit deiner Scheiss Onkelz ClownsWelt!"

Irgendwie war ich angepisst. Er hätte Beatles, Elvis, Corchrane, oder Ärzte sagen können. Aber Onkelz? Landser dann schon eher. Was für ein Sack.

Das hat mich aber wieder daran erinnert, dass ich mal wieder was rauskrame, was ich lange nicht mehr gehört habe.

Manchmal ist das Leben ein Minenfeld. Bei mir hat es gerade was von KLatschmohnfeld. Ich wandere durch, und werde Müde. UNd dann kommen die Bomberpiloten, und Ballern auf mich los. Jeder Tunnel hat ein Ende. UNd da soll wohl licht sein.

So viele Türen oh Herr, und selbst am Regenbogenende grub ich einen Eimer Scheisse aus. Mr. Moonligt.

Ich bin so ein Scheiss ungläubiges Mistkind geworden. Ich glaube immer erst alles wenn ich es sehe. Und manchmal in diesen Tagen, da graust es mich einfach, wieder mal so ein Türchen zu öffen, wo wieder so ein kleiner Wicht mit einem MIttelfinger steht.

Ich geh jetzt duschen, und dann mit Krumpfy auf den Weihnachtsmarkt. Na wenn da nicht mal wieder ein Paar Liedermacher auf mich warten.

Die Zeit vergeht, Arsch besteht

Hey hey hey Kansas City

23.12.07 12:38, kommentieren

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Vom Frühstück bis zum Abendrot....

ach wär das wunder wunderschön...

17.12.07 22:26, kommentieren

A Day in Life

Ach ja was war das gestern nicht wieder herrlich bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Hessen. Ich hatte es gestern gerade noch so geschafft. Endlich. Seid Wochen nervt mich mein Physio damit, dass ich ihm endlich ein genehmigtes Rezept für die Therapie vorbei bringe.

Donnerstag ist eigentlich der einzige Tag an dem ich das erledigen kann. Die Ärzte, und auch die AOK haben an diesem Tag ihre Tores bis 18:00 Uhr geöffnet. Und nicht etwa bis 18:30 wie ich es immer vermutet habe. Es war gestern also mal wieder relativ knapp. Ich war also 17:45 beim Doc und holte mir ein Rezept (10 Euro Praxisgebühr musste ich auch latzen – obwohl ich vorher noch vier Qartalsquittungen für 2007 gefunden hatte). Egal. Zuzüglich brauchte ich noch ein Rezept für meine Rollstuhlreparatur. Ich hatte zwar schon eins bei meinem Sanihaus abgegeben. Aber die haben es leider verloren.

Ich hatte noch ca 5 Minuten bis die AOK gescholssen hatte. Also riskierte ich leib und Seele, um pünktlich bei meiner Krankenversicherung zu erscheinen.
Der erste Mitarbeiter schaute schon etwas belämmert drein, als ich Ramon, der Feind aller Angestellten, so kurz vor Feierabend das Großraumbüro betrat. „Hörn sie MA’am. Ich mag sie nicht. Sie mögen mich nicht. Ich muss dieses Rezept genehmigen lassen, und dann bin ich wieder für lange Zeit weg!“

Man verwies mich an eine Freundliche Angestellte. Sie schickte ein Fax an die Genehmigungsstelle, und wartete. Weil ich es hasse mein Mitvolk zu umschweigen, und weil mir die Frau sehr sympathisch schien, dachte ich, dass ein lockeres Gespräch zwischen Angestellter und Kunde, die Stimmung vielleicht heben würde.

Nach 2 Minuten absoluter Stille, wir warteten auf den Anruf der Genehmigungsstelle, ergab sich folgendes Gespräch…

Ich: Em, warum mach ich diese Ganze Scheisse hier?
Sie: Weil sie ein Patient mit einer Chronischen Erkrankung sind. Sie sind Dauerpatient und das Gesetz schreibt vor, dass ihre Rezepte speziell Geprüft werden müssen.
Ich: Ey Leute, ihr würdet euch selbst Arbeit sparen, wenn ihr einfach mal so tun würdet, als würdet ihr mich kennen. Ich müsste nicht mehr immer hier her kommen, würde euch nicht nerven, und sie hätten wahrscheinlich schon längst feierabend.
Sie: Ich hab das Gesetz nicht gemacht. Ich versteh sie.

Diese Frau wollte einfach nicht mit mir streiten. Sie war irgendwie Süß. Aber trotzdem suchte ich den nächsten Reibungspunkt.

Ich: Wo liegt bei mir die Rezeptgebührenbefreiung.
Sie: Wenn wir von ihrem Bruttogehalt ausgehen, dann mussen sie jährlich mindestens 240,00 Euro Rezepte selbst tragen. Der Rest ist dann frei. Und ehrlich gesagt, haben sie einen guten Job. Öffentlicher Dienst. Gutes Gehalt.
Ich: Hm, wenn ich nach rechne, dann hab ich ca 250 Euro an Rezepten bezahlt. Es geht mir nicht um die 10 Euro. Aber es geht mir ums Prinzip.

In diesem Moment kam der Anruf, dass mein Rezept „Auf Grund der Chronischen Erkrankung“ genehmigt wurde.

Sie: Naja, war ja auch klar. Ich meine sie machen die Therapie jetzt schon seit über 10 Jahren. Schliesslich müssen sie was für sich tun. Warum sollte man es also ablehnen.
Ich: Meine Frage ist eigentlich eher „Warum muss ich es immer Genehmigen lassen?“

Sie lächelte mich an und gab mir ein Formular.

Ich: Wofür ist das?
Sie: Na für die Rezeptbefreiung.
Ich: Wer muss das Ausfüllen.
Sie: Der Arzt.
Ich: Warum?
Sie: Na das ist die Bestätigung dass sie Chronisch krank sind. Sonst erhöht sich der Beitragssatz für die Rezepte.
Ich: Das ich WAS BIN?

Ich hob Ironisch mein „Auf Grund der nachgewiesen Chronischen Erkrankung“ genehmigtes Rezept.
Sie musste ja irgendwie selber ein wenig grinsen. Und auch ich hatte wohl in dieser Phase einfach mehr Zeit als Wut.

Ich: Das ist das alles nicht Wert. Nicht für 10 Euro.
Sie: Aber jetzt nehmen sie das Formular mit. Wenn sie das nächste mal zum Arzt gehen, dann lassen sie es einfach ausfüllen.

Mein Gedanken schworren hin und her. Ich wollte nicht mit leren Händen heim gehen. Ich befand mich auf einer Guten Stufe meines Bewusst seins. Es war ein sehr gepflegtes Gespräch.

Ich: Pflegestufe.
Sie: Bitte?
Ich: Ich bin in der ersten Pflegestufe. Ich hätte gern die 2te.
Sie. Okay, dann fülle ich diesen Antrag aus.
Ich: Na das kann ja wieder ein Theater geben.
Sie: Warum.
Ich: Na wegen der Show, die ich da immer abziehen muss.
Sie: Sie wirken einfach nicht frustriert genug.
Ich: Ach?
Sie: Ja, sie Arbeiten. Sehen gut aus, führen Konversation beschweren sich über die Bürokratie unseres Versicherung ohne auch nur mal wirklich über ihre Krankheit zu meckern.

Ich bin also viel zu gut drauf, mental, das muss man sich mal vorstellen. Ich muss mein Umfeld einfach noch mehr runter ziehen.

Ich: Wie ist das eigentlich wenn ich mal in den Urlaub fahre? Wie sieht es da mit dem Pflegegeld aus. Wenn die Pflegeperson eine andere ist, als meine Mutter.

Sie: Na dann bleibt alles beim alten. Das Geld kriegt dann nicht ihre Mutter, sondern die derzeitige Pflegeperson. Ihre Freundin zum Beispiel.

Das war meine Chance zu sehen was ich noch drauf habe.
Ich senkte meinen Kopf. Und seufzte.

Sie: Was ist denn.
Ich: Ach nichts.
Sie: Sie haben doch was.
Ich: Na wegen der Pflegeperson eben.
Sie: Was.
Ich: Ja meine Freundin.
Sie: Was ist mit ihr.
Ich: JA das geht doch nicht.
Sie: Warum.
Ich: Sie sitzt auch im Rollstuhl.

Die Frau sagte erstmal gar nichts mehr, suchte in der Luft nach dem Ausweg meines trauernden Blickes. Irgendwie ging in diesem Moment der Teufel mit mir durch.

Ich: Mein Leben ist ein absolutes Desaster. Rein finanziell gesehen gebe ich mir höchstens noch 2 Jahre bis ich an der Politik dieses Landes und an den Benzinpreisen zu Grunde gehe. Ich krieg einfach nichts mehr auf die Reihe. Jetzt bin ich schon auf das Pflegegeld angewiesen. Damit bezahl ich ja auch noch die Rezepte.

Die Frau wollte nichts mehr sagen. Sie sah mich an und ich deckte auf.

Ich: Na? War ich gut.
Sie (völlig verstört): Bitte?
Ich: Na war ich denn jetzt so wie ich sein muss, damit die Leute mir glauben, dass ich totkrank bin.
Sie: Ich em.

Und dann bekam sie einen lachanfall. Sie begleitete mich zur Türe hinaus. Und ich holte mir erstmal einen Döner. Danach bin ich zu Hassan und Karlheinz in die Therapie gefahren. Da gabs dann noch mal ordentlichen Lebensverachtenden Slapstik. Mein Tag war gerettet.

Eingeschlafen bin ich mit der Melodie meiner Melancholischen Sehnsüchte. Mit dem Tiefen Bewusstsein, dass es mir eigetlich gut geht, und ich den Staat eben genau in dieser Situation über den Tisch ziehen muss, und nicht erst dann , wenn es mir an den Kragen geht.

So, jetzt werd ich von meiner Herzallerliebsten erstmal die Miesesten Tricks und Ackts für das UNTERNEHMEN Pflegestufe 2 einholen.

Ist das nicht eine Ironie. Eigentlich zeigt mir das schwarz auf Weiss, was ich für ein Krüppel bin. Und ich krieg Geld dafür.

Lacht mit mir

R’n’R

14.12.07 14:27, kommentieren

Die Weisheit des Tages

"Selbst der Tod hat seine Ausreden für das Leben"

6.12.07 16:48, kommentieren

Das Leben ist eine so verfickte und ungerechte Hure…

…oder trifft es IMMER den Richtigen?
Ich weis es nicht. Aber ich könnt schon wieder platzen, angesichts der banalen Kleinigkeit, die das Schicksal mir gerade wieder in die Fresse gehaun hat.

Es sollte ein sehr Kosten armer Tag werden. Das Wetter ist gut. Ich hatte gestern mein Handy in der Physiopraxis vergessen, aber auch das hat sich gefunden. Ich wollte gestern ins Kino. Leider, leider lief der Film den ich sehen wollte gestern ausnahmsweise im einigen Raum, in den ich nicht reinkomme.

Egal, hab ich eben zu Hause mit Manni Basketball gesehen. Um mich zu erheitern, wie Deutschland, mit fast 40 Punkten unterschied Spanien unterlag.

Egal ist doch alles nicht so schlimm. Ich bin doch hart im Nehmen. Ne Kollegin kam vorhin zu mir, und fragte mich freundlicher weise, ob ich denn nicht an der Bestellung, beim Chinesen mit machen möchte. Irgendwie hatte ich keine Lust. Ich hatte Brötchen und sonst was.

Naja, ich bestellte mir da ne Suppe. Es war eine Mammutbestellung. Jeder hat sich da so einen riesigen Haufen bestellt, und ich diese mickrige Suppe.

Ich hatte schon 2 Brötchen gegessen, und eigentlich auch gar keine Bock auf die Suppe. Irgendwann kam die Kollegin, das Essen wäre da. Und in mir tat sich so ein positives Gefühl auf. Irgendwie dachte ich mir „Die Suppe, die geht jetzt noch!“

Hmmm, ich liebe chinesische Gulasch Suppen. So richtig schön Suß Sauer und Scharf. Auf dem weg in die Speisekammer feierte ich mein eigenes kleines Ritual.

Naja, aus die Maus. Dreimal darfst du raten, was der Chinese vergessen hat zu liefern. Meine Suppe.

„Tut mir leid, die Suppe ist nicht dabei!“ Ich hab nur geguckt und gesagt „ Ach so, na dann geh ich wieder!“

Innerlich war ich am Kochen, doch äußerlich, hatte mich wohl jede Kraft verlassen. Oder war es mittlerweile die Gewohnheit, dass es eben immer einen Trifft bei so einer Bestellung. Ich könnte mich immer wieder kaputt lachen, wenn alle essen, und der eine, dessen Essen vergessen wurde, so richtig Dumm da steht, und wohlmöglich auch noch bezahlt hat.

Noch besser ist es, wenn es den trifft, der die Bestellung aufgegeben hat. Sobald das Essen an durch die Tür geht, rennen alle wie die Tiere drauf zu, und nehmen sich was ihnen gebührt.

Nur der Typ der bestellt hat, kommt zum Schluss und muss seiner Ignoranten Gesellschaft beim Fressen zu sehen. Er war einfach nur zu langsam.

Hach Herrlich, Mittagspause

R’n’R

14.9.07 12:48, kommentieren

Humor…

Is ja ne ganz Subjektive Sache. Ich kann echt nicht über alles lachen, aber ich verbiete es auch keinem, seinen Humor auszuleben, wenn er mich nicht dazu nötigt ihm zu hören zu müssen.

Ich denke gerade an die ganzen DEINE MUTTER Sprüche. Findet nicht jeder lustig, wobei ich mich regelmäßig darüber beeumele. Ich finde dass diese Sprüche einen ganze eigenen „Charakter“ entwickelt habe.
Andere bringen sich gegenseitig um, wenn sie sich so was an den Kopf knallen.

Ich find Humor echt wichtig. Das hab ich eben wieder gemerkt. Auch wenn ich jemanden gar nicht leiden kann… Auch wenn er einen Witz erzählt, der auf meine Kappe geht… wenn s lustig ist, dann muss ich lachen.

Eben kam ein Kollege, ich kann ihn wirklich nicht leiden, und stellte mir einen Salat vor die Nase.

Ich: „Was soll ich damit!“
Er: „Der war bei deinem Menue, dabei. Wir haben vergessen ihn dir zu geben!“

Nach fast einer Stunde wohlgemerkt.

Ich: „Was habt ihr damit gemacht? Da hat doch einer draufonaniert!“
Er: „Wir haben ihn gegessen und wieder ausgekotzt.

Ich sah mir den frischen Salat an.

Ich: „Na dann hast du ihn aber nicht richtig durchgekaut.“
Er: „Naja, es sollte nur schell rein und dann auch gleich wieder raus!“

Ich musste irgendwie so lachen. Man muss sich mal vorstellen, mit welcher Boshaftigkeit so was passieren würde. Er hätte sich nicht mal die Zeit genommen, den Salat zu kauen, zu schlucken und ihn dann wieder auszukotzen. Er hat ihn gleich geschluckt und wieder ausgekotzt. Denn es sollte ja schnell gehen. Und das hatte er auch noch in einem ganz ruhigen ton gesagt, mit seinem elend gelangweilten Gesichtsausdruck.

Ich erinnere mich dass es mal ein Wort dafür gab, einen schlechten Witz derart zu zerlegen.
Ich glaube wir nannten es BEULE. „Bewusst Eingefügte Unrealistische Lügen Elemente!“

Eigentlich hab ich heute von allen Seiten nur lustige Geschichten gehört. Und trotzdem hab ich ein etwas leere Gefühl in meinem Bauch. Leer kann man eigentlich nicht sagen. Es ist eher zu viel und doch nichts. Da ist die Vorfreude auf Höxter, die Spannung auf den Auftritt am Samstag, und die Tatsache dass ich keinen Bock habe dafür zu Proben. Ich weis nicht was noch besser werden soll. Aber ich werde heute Nachmittag wohl noch mal bei Alex vorbeischauen.
Er Picht darauf. Ich versteh gar nicht warum. Ich Probe jeden Abend alleine. Das is immer so ein ewiger sich hin ziehender Hick Hack. Und mir wird dann immer wieder klar, dass allen geholfen wäre, wenn man sich in solchen Tagen, auch mal alleine Hinsetzt und das Werte Instrument in die Hand nimmt.

Und irgendwie mache ich mir am Wenigsten Sorgen, wie viele Fehler wir spielen werden. Es geht mir eher darum, dass die Einstellung stimmt. Dass man mit Selbstbewusstsein auf die Bühne geht und einfach ein bisschen Spaß hat.

Ich setze mich öfter mit dem Gedanken auseinander. Es ist so ein Karma, ein Spirit, der in der Luft liegt. Ich hab das alles schon so ein bisschen Vor augen.
Es ist eben nicht nur ein Auftritt, sondern ein Kontest. DA muss man eben besser oder Schlechter sein als andere. Nicht dass mir das alles Scheissegal wäre, aber ich habe einfach keine Angst, und trau uns ein Bisschen was zu.
Und wenn wir raus fliegen, dann wars das Halt. Ich spiel eh lieber längere Konzerte. Da is kein Druck, man hat Zeit. Und vor allem geht es nicht ums Gewinnen oder Verlieren.

Wenn das nicht klappt, sollten wir einfach erhobenen Hauptes in den Sommer starten. Ich kenne Meine Schwächen, und die Bügel ich eigentlich abend für abend aus.

Naja, an und für sich ist das mit dem Treffen heute Abend keine schlechte Sache. Dann können wir zumindest mal Checken, wie viel wir in 20 Minuten hinbekommen.

Wir werden wohl auch hauptsächlich vor Fremden Publikum spielen. Dieses große Theater, wo sämtliche Leute da waren, die uns kannten hat sich erledigt, seid sich gewisse „Beziehungen“ aufgelöst haben.

„Adrian, ich will nur über die Runden kommen!“

Eben rief mich einer an. Also, ich weis ja auch nicht. Das passt voll in den Tag. Ich dachte der Verarscht mich. Ich dachte erst es wäre Manfred. Der ruft mich immer auf Arbeit an, verstellt seine Stimme. Er tut immer als wäre er ein Richter mit einem Softwareproblem. Da ich seine Nummer aber Durch das ISDN sehen kann bin ich natürlich nie darauf reingefallen. Neuerdings sendet er einfach seine Nummer nicht mehr mit. Aber ich kenne seine Stimme zu gut, und auserdem ist es immer dieselbe Geschichte. Und es ist auch immer das Richtertelefon.

Eben klingelte das zentrale Pfortentelefon. Und die Stimme klang echt wie Manfred. Diesmal kam die 0815 Frage „Könnte ich mal das Amtsgericht sprechen?“

Ich hab meine Stimme auf Ossi Akzent gestellt und erklärt, dass doch jeder weis, dass das Amtsgericht schon vor 2 Jahren nach Franfurt umgezogen ist. Und das diese Sprüch mich anöden.

„Das kann nicht sein. Hat das wieder was mit dem Stellenabbau zu tun? Spart der Herr Koch sich jetzt wieder die Arbeitsplatze?“ ging es dann weiter.

Und mir wurde klar, dass das nicht Manfred war. Toll. Und ich musste das Telefonat, dass dann 10 Minuten dauerte im Ossidialekt zuende führen.

Am Ende meinte der Mann „Ja sie kommen ja wohl auch nicht von hier!“

Man man. Warum kann ich keine Normalen „Freunde“ haben. Dann müsste ich mich nicht ständig aus der Scheisse reden.

Ach was solls? Wenn du es willst ist es kein Traum

R’n’R

6 Kommentare 11.7.07 14:20, kommentieren

Oh What a Day

Ich merke gerade in diesen Tagen wieder, wie lange es her ist, dass ich ne Woche lang nicht auf Arbeit war.
Ich hab hier so viel unerledigten Kram rum liegen gehabt, durch den ich mich durchkämpfen musste. Und dann ist da wieder ein Feiertag. Nichts gegen den Feiertag, aber diese unerledigte Futzelarbeit hält echt auf. So kam es ausnahmsweise mal soweit, dass ich 2 Tage am Stück beschäftigt war. Das lag nicht zuletzt wieder daran, dass irgendso ein Charlie wieder fehler gemacht hat. Aber ich bin froh, dass ich es wieder ausgemerzt habe.
Aber es tut irgendwie gut, den ganzen Tag, wenigstens halbwegs beschäftigt zu sein. Und alles um mich herum schläft.

*Meine Programme werden nicht frei geschaltet, weshalb sich Richter bei mir beschweren.
*Irgendwelche Geister stellen mir unbekannte Softwarekacke ins Netz, von der ich nicht
benachrichtigt werde, weshalb sich Richter bei mir beschweren.
*Irgendwelche Richter haben ihre Netzwerkverbindunskacke nicht drauf, weswegen
Angestellte mich anrufen und sich bei mir beschweren.
*Die Supportdienste leiste ich mittlerweile Selber, da um mich rum eh alle pennen, aber ICH
BESCHWERE mich ja nicht.

Oder doch?! Keine Ahnung. Vielleicht will ich mich auch nur wichtig tun. Ich lass das auch hin und wieder mal durchblicken, dass ich Arbeit gemacht habe, für die ich nicht zuständig war. Ich tus aber in stolzer Bescheidenheit, als würde es mir nichts ausmachen. Im Grunde bringt mir das nur Pluspunkte, und totarbeiten werde ich mich wohl trotzdem nicht.

Es ist mir selbst teilweise erstaunlich, wie ich es immer wieder Schaffe in dieser Pseudowahnsinnswelt meiner Gedanken zu leben, und trotzdem hier zu erscheinen und meinen Job auch noch richtig zu machen. Ich weis, dass das eine Unverschämtheit ist, dass ich so was schreibe. Dafür werde ich schließlich bezahlt, aber irgendwie bin ich ein bisschen Stolz auf mich.

Manchmal fahr ich hier durch die Räume, und verlasse meine Matrix, seh mir mein Leben an, und weis, dass es nichts Besonderes ist. Dass ich eben wie jeder andere Mensch Tag für Tag auf Arbeit gehe. Vielleicht nicht mit der Motivation, wie manch einer hier. Aber ich tus. Egal für wie toll ich mich halte, ich halte diesem „Normalen Leben“ stand, und biete ihm Täglich die Stirn. Es gibt nur wenige, die begreifen, was ich damit meine. Ich sehe die Arbeit sogar fast schon als ein Hobby, und nicht als eine Pflichterfüllung. Ich weis gar nicht ob das alles noch Narrenfreiheit ist, die ich hier habe, oder ob ich mir die Sachen einfach raus nehme, weil ich sie für mich vertretbar finde.
Ich rede hier nicht mit vielen Leuten. Ein Paar wenige sind es, die hin und wieder zu mir kommen, weil sie wohl meinen Wahn, und meine Flucht in diese Welt kennen, sie mögen, und vielleicht sogar selber Praktizieren.

The Big B. kommt mittlerweile öfters am Tag in mein Büro und redet über irgendwelchen Pseudowahn und Rock’n’Roll. Andere würden ihn für Krank erklären, und irgendwie ist dieser Mann auch krank. Deshalb kann ich ihm auch Sachen erzählen, die ich vielleicht lieber geheim halten sollte.

Zwei meiner Kolleginnen, die letzten verbliebenen meiner Rasse, werden hier gegen September das Feld räumen. Ich finds schade, aber ich bin mir auch wieder klar, dass ich nicht heulen werde. Was man mir des Öfteren zum Vorwurf macht. Ich weis ganz genau, dass ich die Leute, die ich sehen will, soweit es auf Gegenseitigkeit beruht, wieder sehen werde. Ähnlich wie den Dandy. Es soll nur kommen was will. Ich bins ja nicht anders Gewohnt.

Ich hab auch festgestellt, dass ich eine Stimme im Kopf habe. Eine weitere, neben Johnny und Charlie. Es ist eine Stimme, die mein Leben kommentiert. Meine Denker Stimme. Ich nenne sie jetzt mal Jack Fate. Das war eine Rolle von Bob Dylan, in dem Film Maskiert und Anonym. Er selber hat eigentlich nie was gesagt. Aber immer wieder kam diese sich mit Allem Abfindende stimme. Schon fast ironisch gelangweilt.

Letztens wurde ich gebeten eine Geschichte zu erzählen. So zum einschlafen oder wach bleiben, ich weis es nicht mehr genau. Ich erzählte von einem sehr uninteressanten Menschen, in dessen Leben nichts, aber auch gar nichts Passiert. Es ist erstaunlich wie lange ich meine Müdigkeit unterdrücken konnte, und von diesem Menschen erzählte, in dessen Leben nichts Passierte. Irgendwann bin ich selber eingeschlafen.

Manchmal frag ich mich, ob ich mich denn noch wirklich an neue Menschen gewöhnen kann, oder mich überhaupt gewöhnen will. Weil mir an sich klar ist, wie wichtig mir die Hand voll ist, die ich habe. Schon fast verräterisch komme ich mir vor, irgendwen meinen Kumpel zu nennen. Und Kumpel ist nicht mal Freund. Die meisten Menschen, die mich nur ansatzweise als irgend so etwas bezeichne, denen sage ich, dass sie sich nicht an mich gewöhnen sollen. Vielleicht ist es nur Selbstschutz, vielleicht mag ich die Menschen. Aber vor allem habe ich keinen Bock irgendwen gegenüber Verpflichtungen zu haben. Wenn ich jemanden was gutes tun will, und scheisse das kommt selten genug vor, dann tu ich das wohl nicht mal mit Absicht, sondern eher aus dem Bauch heraus. Vielleicht ist das die letzte Ehrlichkeit, die mir geblieben ist. Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Ich trage nur gerade mal wieder so eine Komische Melancholie in mir.

Irgendwann muss wohl jeder Kelch ein mal leer werden. Vielleicht kann man ihn auffüllen, oder einen neuen kaufen oder klauen. Oder man nimmt sich eine Schaufel, läuft zum Ende des Regenbogens, buddelt, und findet einen richtig proppig gefüllten Eimer voll Scheisse.

Mit so was komm ich schon besser klar, als mit Rosa Plüsch.

Son Paar Dinge schwirren mir im Kopf rum. Es geht nicht viel voran, und ich bin mal wieder der einzige, der was dagegen tun kann. Morgen geh ich mit Dandy auf das Grönemeyerkonzert. Naja, passt ja. „Grönemeyer and Special Guest“. Würde mich nicht wundern, wenn er damit die Dandys gemeint hat.
Am Donnerstag ist irgendso ein Treffen, wo ich vielleicht hingehen werde. Da seh ich dann auch mal wieder Leute, die ich länger nicht getroffen habe. Am Freitag muss ich Arbeiten, am Samstag is ne Hochzeit und am Sonntag sollen wir in der Fußgängerzone Musik machen.

Alex weis davon nichts, und irgendwie bin ich es leid, dass er sich so unkooperativ zeigt und sich nicht mal meldet, ohne mir zu sagen, was er schon wieder an seinem Fußball song ändern soll. Aber es muss weiter gehen.

Am 23. Juni ist unser Auftritt als Vorgruppe bei einer Feier. Hurra wir sollen 2 Stunden durchspielen. Ich weis gar nicht ob ich das noch schaffe. Das letzte mal war das Weihnachten uns Sylvester. Ich bin aus der Übung.

Es würde mich einfach mal wieder freuen, wenn einer mich anruft und mir sagt, „Ramon ich hab hier was, um das ich mich gekümmert habe!“
Aber darauf kann ich wohl lange warten. Alle tun so überaus beschäftigt, und, naja ich merke gerade, dass ich es auch tue. Aber ich weis ja, dass ich mir nur was vor mache.

Ich geh jetzt erstmal zu Hassan. Ich denke der bringt mich, naja nicht auf andere Gedanken, aber es ist irgendwie cool einen zu Haben, der einfach nur sagt „ich weis, es klingt verrückt dass ich dich verstehe. Aber ich kann dir beim Besten willen nicht erklären, was das alles zu bedeuten hat!“

Vielleicht will ich auch keine Antworten auf meine Fragen. Vielleicht will ich ja nur wissen, ob man dieses Nirvanagefühl nachempfinden kann. Es kann ja nicht für alles eine Erklärung geben. Die meisten können alles erklären, weil sie erst gar nicht so weit denken, bis irgendetwas Unerklärliches ans Tageslicht kommt.
Die beneide ich nicht wirklich, weil ich mich trotz dieses kleinen Todes, dieser kleinen Depression, doch ausgesprochen gut fühle.

Vielleicht bin ich eine Heulsuse ohne Tränen. Aber ich weis ja jetzt schon wieder, dass ich den Tag überleben werde, und morgen weiter heulen kann.

Oder lachen. Oder ist das lachen schon heulen.

Arne ich liebe dich.

…aber ich bin nicht schwul. Scheisse, warum ist mir das immer noch so wichtig? Weil ich ein Mann bin. Einer der Säuft, Raucht, Stinkt und sich wie ein Hahn aufplustert. Es fehlt eigentlich nur noch, dass ich mal jemanden so richtig eins auf Maul gebe.

Hach herrlich. SO lange man noch wütend sein kann, sei dies noch so unerklärlich, kann es ja noch Hoffnung geben, dass ich doch noch mal irgendwen töte.

In diesem Sinne

Euer Jack Fate

5.6.07 18:17, kommentieren