Ist es Blut, oder ist es Blech?

Ich glaube meine Seele macht gerade so eine Art reset durch.
Fühlt sich aber gut an. Sie geht irgendwie alles durch was in den letzten Jahren gut war. Und immer bleibe ich in Ihr hängen. Einer Frau die gar nicht weis, dass sie mir irgendwann mal das Herz geklaut hat.

Im negativen Sinne könnte man sagen, dass ich mein Leben an mir vorbeiziehen sehe und das ich wohl gerade kurz davor bin drauf zu gehen. Mein heutiger Abend in der Sportbar spricht eindeutig dagegen. Und mein akuter Anfall von Hunger auf chinesisches Essen. Vielleicht wird’s ja was.

Heute musste ich einen Menschen enttäuschen. Es tat gut als es raus war. Aber ich würde niemals jemanden freiwillig enttäuschen. Das fühlt sich scheisse an. Das weis ich. Und komischerweise erinnere ich mich daran, wenn ich jemanden enttäuscht habe. Wenn jemand deshalb zurecht verletzt war. Es fühlt sich immer wieder scheisse an. Aber manchmal muss es sein. Was sich fast noch schlimmer anfühlt ist eine unberechtigte Enttäuschung. Das heisst der Mensch hat was völlig falsches von dir erwartet. Alles schon erlebt.

Heute enttäuschte ich den Guru einer Umbaufirma für mein neues Auto. Ein absoluter Hai. Aber charmant. Ich kam gut mit ihm klar. Ich merke allerdings auch sofort wenn man mir Honig ums Maul schmieren will. Auf den letzten Drücker habe ich mich für eine andere Firma entschieden. Es geht hier um einen Gesamtertrag von über 100.000,00 Euro. Da will natürlich jeder der erste sein. Aber ich glaube er hat mir die andere Firma vorenthalten. Somit konnte ich heute ganz ehrlich sagen, dass ich lange überzeugt war, und mich am Ende aber wer anders mehr überzeugt hat. Ehrlich aus. Geschäftsleuten gegenüber braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben.

Meine Offenheit zu den Menschen kommt mir öfter zu Gute als sie mir Probleme macht. Manchmal macht sie mir aber Probleme. Ich fühle mich schnell zu den Seelen verbunden. Deshalb fühlt man sich hin und wieder da verantwortlich wo man es nicht ist. Aber das ist nicht das Problem der Menschen. Das ist mein Problem.

Es macht mir auch wieder spaß zu schreiben. Früher spürte ich eine Last und schrieb ellenlange Texte.

Tastsächlich kam eben mein Präsident zur mir ins Büro. Ja ich schreibe auf Arbeit. Wie fast immer. Und er kotzt sich manchmal bei mir aus. Und dann fragt er mich wie es mir geht. Mir geht s ja an sich immer gut. Aber mir ist dann aufgefallen ,dass man mal die Gegenfrage stellen sollte. Und da erzählte er mir, dass dieses Jahr so viel Scheisse passiert ist wie noch nie.

Ich wusste dass er die dienstliche Haushaltssituation meinte. Und ich konnte ihm nur sagen, dass es mir wohl so gut geht, weil mich das nicht wirklich interessiert. Hier unten an der Nahrungskette. Aber wenn ich mal Sorgen habe, dann entscheide ich mich immer ob es blech oder blut ist, worüber ich mir Gedanken machen muss. Ist es Blut, dann mein Leben betroffen und vielleicht sogar in Gefahr. Ist es blecht, dann ist es nur das Material mit dem ich im Leben arbeite. Das ist „manchmal“ nebensächlich.

In der Wärme die gerade meinen Körper umgibt, werde ich gleich mal einen Sprung in die Sportbar wagen. Christlich wie ich bin, musste ich auch nochmal im Onlinewettbüro vorbeischauen. Bisschen Blech verballern. Das Leben und seine kleinen Unterhaltungsmöglichkeiten.
So muss ich kaum noch an sie denken.
Vielleicht gut so. Sie ist Blut.

23.9.14 18:01

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