Kaputt Teil 1

Mehr als ein Jahr ist vergangen...
...seit dem letzten Eintrag.
Das wird wohl alles seine Gründe haben.

Es ist sehr viel passiert. Viele geht voran. Und wenn viel passiert und wächst, dann geht natürlich auch etwas kaputt.

Zum einen ist das meine Beziehung, die schon fast klassisch für meine Geschichte, von heute auf morgen ein Ende nahm.
Trotzdem hat es sich angedeutet.
Und ich habe doch mehr daran zu kauen als ich es mir zugestehen will.

Ich verweigere gerade jede Konfrontation mit der Frau. Hin und wieder schaut sie vorbei um sich in etwa einen Staubsauger zu leihen, oder nach und nach ihre Utensilien abzuholen.

Das könnte ruhig ein bisschen schneller gehen. Im Grunde bin ich froh, wenn ich nach hause komme, dass niemand da ist. Und andererseits erwischt es mich immer wieder eiskalt, wenn mir auffällt dass jemand da war. Sie. Und dann fehlt hier das Deckchen und sonst was weis ich noch.

Mir fällt dann auch erstmal auf was alles ihr gehört hat.
Die Kuscheltiersammlung bestehend unter anderem aus einem Ottifanten und Poobär hat sie letzte woche abgeholt. Die Tiere habe ich Ihr gekauft.
Sie tummelten Sie auf der Couch. Jetzt ist da nur noch ein Husky. Den hat Sie mir geschenkt.
Ich konnte ihn noch nie leiden.

Ich blicke mal wieder auf drei Jahre voller irrer Geschichten zurück, die ich mit der Frau erlebt habe. Manchmal denke ich, dass es fast geklappt hätte. Mit der andauernden Beziehung, Kinder, Familie.
Doch andererseits wird mir vielleicht klar, dass ich überhaupt noch nicht wirklich im Stande oder in der Lage war mit so einer Art von Leben zufrieden zu sein.

Vielleicht ist das der Grund warum ich nicht völlig am Boden zerstört bin.

Dafür kommen meine Träume wieder. Tagträume. Das Leben an sich fühlt sich gut an. In den Träumen scheint das gewisse Etwas zu sein, dass ich schon länger suche. Ich habe dieses Gefühl schon fast vergessen.

Die letzten Jahre war mein Leben geprägt von Realismus und Souveränität. Die Wahrheit immer vor Augen. Ich lebte eigentlich in jeden Tag. Freundin, Arbeit, manchmal Fussball gucken in der Bar bei einem Steak oder Burger.

Eigentlich nicht schlecht. Wenn man sich nicht immer wieder fragen würde "Ist es das? Ist es das was ich mir gewünscht habe. Ein Leben ohne Gefahr? Ein Leben mit einer Sicherheit, mit der sich ein 50 Jähriger zurfrieden geben sollte?"

Treuer war ich nie zuvor. Das kommt auch dazu. Das hat mich dazu gebracht die ganze Sache als wirklich und ernst zu betrachten. Vielleicht hat mir die Frau aber auch moralisch so die Eier geklaut, dass ich nicht mehr wirklich fähig war ein ernsthaftes Interesse an anderen Frauen zu haben.

Aber, mein Gott, das ist ja auch gut so. Das zeigt auch dass ich halbwegs zufrieden war. Vielleicht sogar mehr als das.

Was mich zur weissglut gebracht hat, war ihre Schludrigkeit im Haushalt, ihr infantilier Umgang mit Geld und dass ich überall und ständig dabei sein musste.

Es hat seinen Charme miteinander einzukaufen. So einmal im Monat wäre Okay gewesen. Aber nein. Mit ihr war ich einmal die Woche einkaufen. Das musste sein. Meisstens war dadurch der Freitagabend, oder der Samstagnachtmittag völlig zerstört.

Und diese ewigen Diskuissionen wegen der Katze. Sie wollte immer ein Haustier. Zwei Hunde hatten wir schon und mussten sie wieder weggeben. Jetzt wollte Sie eine Katze.

Gott sei dank kam immer die Katze vom Nachbarn und hat sich bei uns durchgefressen.

Caro is weg. Die Katze kam aber immernoch. Also hab ich sie reingelassen. Und selbst da wurde mir klar, dass ich keinen Bock auf das Tier hatte. Und irgendwie wollte das Tier nicht mehr aus meiner Wohnung. Es klopfte an die Scheibe, ich lies es rein und da blieb es dann ne ganze Weile und hat mir beim Xbox spielen zugeschaut.

Ja, ich spiele Xbox. Endlich wieder. Gleich an dem Abend als wir schluss gemacht haben flog der Controller in meine Hand. Wahrscheinlich um mich abzulenken. Aber das war komischerweise ein Gefühl von Freiheit.

Ein Gefühl von Freiheit ist es auch ins Bett zu gehen wann man will, heim zu kommen wann man will, sich nicht zu rechtfertigen wenn man mit den Jungs weggeht. Und ich muss auch nicht mehr darauf achten, dass sie spaß hat während ich weg bin. Da lag mir irgendwie was dran.

Ich weiss, dass ich mich nicht mit Ruhm bekleckert habe. Ich weiss, dass ich mit mittlerweile 32 Jahren wohl schon viele andere Wege hätte gehen können. ich weis aber auch, dass ich den Sinn für das Schöne und den Spaß am Leben nicht verloren habe. Das ist mir oft wichtiger als alles andere. Und das bekomm ich ja auch irgendwie hin.

Auf der Arbeit läufts gut. Gott sei dank.

Irgendwie hab ich dieses Gefühl in mir, dass irgendann etwas passiert, dass mir erklärt, warum ich diese irren Wege im Leben einschlage. Es sieht echt aus als würde mich irgendetwas leiten. Ein Instinkt? Ein Glaube?

Ich weis es nicht. Es wird mein Charakter sein.

Die nächsten Tage gibts den nächsten Teil zum Thema kaputt.


Rock4Justice

14.2.14 10:01

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