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Stand der Dinge

Ich verstoße heute schonmal gegen so ein Paar Prinzipien. Aber das Buch dass ich gerade lese erlaubt mir genau diese. Ich hab gerade nichts besseres zu tun als Gitarre zu spielen und den Wein zu trinken, den mir Karlheinz gestern geschenkt hat. Da geh ich in die Praxis, gebe Anweisungen und meinen Plan von besserung meiner Körperlichen Verhältnisse an, und da bekomme ich eine Flasche deuteschen Weisswein von Kalle. 15 Prozent. Sowas hab ich noch nicht getrunken. Also was wein angeht.

Ich bin seit Jahren in einer Phase in der ich mich in einer Art unterfordert fühle, auf der anderen Seite aber keine Kraft verspühre irgendwas zu verändern. Ich wollte dass die Zeit entscheidet. Also so wie, "Lass deine Freundin, oder irgendwen die Verhütungsmittel vergessen und ein Kind daraus entstehen."
Ich bin ganz froh dass dieser Plan noch kein Fleisch angenommen hat.

Nach dieser vermeintlichen Trennung in der ich gerade Lebe, merke ich dass ich mich komischer weise nur an einem Ort wohl fühle. Und zwar auf dem Boden der Tatsachen. Bei Null anfangen. Zu wissen gewonnen oder vergeigt zu haben. Ich glaube ich habe gerade vergeigt. Ich aale mich in einer Art Selbstmitleid und gleicher Zeit mache ich mich Stark mit meiner Erinnerung, meinen Gedanken. Alles was mir sagt, dass ich eben bis hier hin gekommen bin und bei diesem Wetter nicht draussen im Regen stehe.

Ich steh so mehr oder weniger alleine da. Aber das brauch ich wohl hin und wieder.
Zum einen war ich satt, zum anderen war ich hilflos.

Es geht hier um alles. Arbeit, Familie, Beziehung (was davon übrig geblieben ist)

Komischer weise ist die Beziehung das Einzige worauf ich verzichten könnte, ohne gleich zugrunde zu gehen. Mein Talent, meine Stimme, meine Ideen. Darauf möchte ich auch nicht verzichten. Mein Händchen mit den Menschen. Das möchte ich auch nicht verlieren. Und natürlich diesen Job in der GIT. Obwohl mich die Tristheit schon ziemlich nervt. Also nehme ich teil an diesem Menschlichen Theater, dass da in letzer Zeit fortgeführt wird.

Egal, ich lese, ich esse, ich trinke und schlafe. Ich gestehe mir die Liebe immer noch nicht ein.

Ich komm wohl eher klar darunter zu leiden alsdass ich damit klarkommen würde.

Möglicherweise bin ich in jeder Hinsicht nur glücklich wenn es schmerzt
http://www.youtube.com/watch?v=PSo4ww5oAiI

11.11.10 20:33, kommentieren



Das leben riecht entweder neu oder doch alt bekannt gut

Keine Ahnung warum ich genau diese Formulierung im Kopf hab. Aber auch wenn ich vielleicht noch nicht zu Hundert Prozent da bin, wo ich hinwollte, fühle ich mich so gut wie schon lange nicht mehr.
Das muss nichts gutes heissen. Aber warum soll es auch immer was schlechtes heissen?

Wie soll ich es beschreiben, damit ich es selber am besten verstehen kann? Meine seelischen fesseln sind entweder kleiner geworden, oder ganz weg. Ich denke, dass ich einfach mein eigener Herr sein will. Und das ist schon immer so gewesen. Und das hatte ich nun schon länger nicht mehr.

Ich musste jemand sein, der ich sein sollte, vielleicht selbst sein wollte. Zumindest hab ich mir das eingeredet. Nach der nun doch bewussten Trennung wird mir wieder klar, wie sehr ich darunter leide, wenn ich mir selbst einrede, dass ich, wenn ich so bin wie ich bin, einfach nicht der bin, der ich sein sollte. Ich weiß nicht was ich nun bin? Ich bin einfach ein bisschen zufriedener. Keine große Verantwortung. Mein Auge richtet sich nur auf mich. Hin und wieder bin ich da wo man mich braucht, wo ich aber sein will.

Ich sehe nicht mehr denen in die Augen, denen ich ein Rätsel bin. Weil ich eben kein Rätsel bin. Vielleicht war ich nie das Rätsel. So schwierig ist es nicht, wenn man so ist wie ich. Man sollte jeden sein lassen, wie er sein will, wie er ist.

Das hat mir gefehlt. Lange gefehlt. Und komischerweise kann man sich dieses Gefühl nur selber geben und darauf warten, dass es da irgendwelche Menschen gibt, die einen so weiter leben lassen.

Nichts ist schlecht, solange man etwas gutes tun kann. Am anfang ist es vielleicht schlecht. Und dann muss man versuchen diesen Anfang zu finden in diesem Psychowollkneul.

Ich glaube die Grippespritze die ich heute bekommen habe tut so langsam weh. Ich wollte sie nicht. Es gab sie umsonst beim Doc. Ich hatte vor 100 Jahren mal eine. War vielleicht ein Fehler.

Ich habe wieder Lust. Lust zu Leben. Lust zu feiern. Ohne dass jede Euphorie aus mir sprüht. Aber im Gegensatz zu der Situation, in der sich meine Seele vorher befand, fühlt sich das schon fast wie Euphorie an.

Man muss wohl erst in der Scheisse sitzen um die Einfachheit des Lebens zu schätzen zu wissen.

Wunderbar.

It ain't easy for am Boy namend Sue.

Danke Johnny Cash

16.11.10 22:42, kommentieren

Es ist mal wieder so weit

Irgendwas ist mal wieder passiert in mir. Hin und wieder ist es so, dass ich ne Wette gegen mich selbst antrete. Meisstens heisst sie " Wie schwer fällt es dir nichtmal ein einziges Bier zu trinken?"

Dieses Ding zieh ich seit Sonntag abend durch. Eigentlich will ich mir selbst nur beweisen dass der Arzt in der Reha Bullshit erzählt hat, was meine Depressionen angeht.

Aber ich muss sagen, ich steh es eigentlich ganz gut durch. Am Sonntag habe ich zum ersten mal seit Jahren mal wieder einen Film im Fernsehen gesehen. Das Haus am See. Uuuu, Romantisch toll. Ich such mir sofort einen Briefkasten und schreib mir in der Vergangenheit ins Jahr 1999. In dem Brief soll dann sowas Stehen wie "Sie liebt dich nicht, aber Sie würde dich vielleicht ficken...!"

Naja, es fällt mir nur auf dass mein Gewissen besser wird. Vielleicht erlange ich ja die Komplette kraft meiner Gedanken wieder. Irgendwann. Bin auf einen guten Weg. Allerdings könnte ich alle Furzminuten schwachwerden, nach einem Bier, oder 2. Ich hab genug da. Aber dann denke ich mir "wie billig. Besauf dich am WOchenende mit deinem Bruder!"

So, ich versuche also mein Leben positiv zu beeinflussen indem ich mir a) selbst ein bisschen Disziplin beibringe und b)mir nicht mehr so viel ertragslosen Stress mache. Trink nichts, Geh früher ins Bett, sei früher auf Arbeit, komm pünktlich zur Therapie und der Tag ist dein Freund.

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Strich drunter. Damit kann man ganz gut Leben. Gestern hab ich zum ersten mal wieder einen Tag gehabt, wo es gleich mehrere Möglichkeiten und berechtigt Gründe gab meine Abstinenz zu unterbrechen. MEHRERE.

Das Sanitätshaus wollte meine Toilettengriffe installieren, die ich schon im August beantragt hatte. Die hatten zwar schonmal welche da, aber der Mechaniker fand raus, dass die Wand an meiner Toilette instabil ist und somit bestellte man neue Griffe die man in den Boden schrauben kann.

Gestern auf Arbeit rief mich erst Ava an. Sie laberte. Bla bla. Ich wollte wissen ob sie eigentlich noch, genauso wie früher, so einen Hass bekommt wenn ich Marion erwähne. Es war so. Ich erwähnte sie, und Ava zog vom Leder. Danach ging mir der Behindertenvertrauensmann der Justiz auf die Eier, weil er die ganze Zeit erzählt hat was für ein Toller Mensch er ist.

So achja, die Inventur musste ich ja auch noch mitmachen. Der Kollege redete die Ganze Zeit über seinen furchtbaren Durchfall. Aber warum soll ich mich aufregen. Das wäre alles nur weitere negative Beeinflussung einer ach so unwichtigen Sache.

Der Sanimann bei mir zu Hause

Er brachte wirklich tolles Material mit. Er wollte das ges´tänge in den Boden schrauben. Er hatte so ein Gerät, das hielt er vorher an den Boden wo er bohren wollte. Es piepte unentwegt. "Da ist wohl was drunter. Da sollte man nicht bohren. Könnte ne Wasseleitung oder ne Heizung sein. Vielleicht ist es aber auch nur ein Metallgitter!"

"Wo ist mein Schnaps?" Der Mann hatte ein Paar Markierungen an auf den Boden gemacht, also da wo die Schrauben hin sollten. Er versuchte das Gestänge weiter links oder Rechts anzubringen und malte meinen Boden voll mit Punkten. Dann sah er meinen Saughaltegriff an er Wand. "Auf sowas steh ich ja garnicht. das ist zu unsicher. Es könnte abreissen wenn sie sich festhalten, und dann haben sie den Salat!"

Er zog da sicherheitshalber mal dran. Warum auch immer. Und dann BÄMMMMM. Kaputt. Es hingen auf einmal nur noch die Saugnoppen an der Wand. Ich hab nur gesagt "Ach, macht nichts. Das war ech zu gefährlich. Es ist gut so!"

Gedacht habe ich "Warum? Warum?" Normalerweise hätte ich echt was zu trinken gebraucht.

Der Mann wollte nun Nägel mit Köpfen machen und nahm seinen Bohrer und setzte ihn auf einer seiner Markierung an. "Ich bohr da jetz mal rein, okay?"

Ich hatte nicht viel Zeit zu überlegen. Er hatte den Finger am Abzug (Bohemian Rhapsody- pull the trigger no he`s death).

"Nein, lassen sies! Ich ruf morgen jemanden an, der den Boden checkt. Stellen Sie mir das alte Gestell wieder hin und kommen sie irgendwann wieder."

"Tja, wenn ich wüsste was drunter ist!" Der Mann hatte schon länst feierabend. Wir googleten dann nach dem Architekten, der das Haus gebaut hat. Es war schon nach 18 Uhr. Wir erreichten ihn dann auf dem Handy. Irgendwie. Der Mann redete und ich hörte nur noch durchs Handy wie der Architekt erst ein bisschen genervt war, jedoch nach dem Geschilderten Sachverhalt sagte "NICHT IN DEN BODEN BOHREN!"

Tja, gut das wir es nicht gemacht haben. Also wir. der Sanimann. Er erklärte mir, dass mein Boden nicht aus beton ist, sondern nur aus verdichtungsmasse, damit kein wasser nach unten durchläuft (und ich woll nicht nach unten durch falle)

"Wenn wir gebohrt hätten, dann wäre das duschwasser durch die Löcher direkt in den Keller gelaufen! Gut dass wir es nicht gemacht haben. ich hatte in ungutes Gefühl"

ein UNGUTES GEFÜHL- Ich seh ihn jetzt noch vor mir, wie er den Bohrer angesetzt hatte und ich immer wieder meinte "Tun sie es nicht!"

Er kommt nächste woche nochmal. Ich hab nichts getrunken. Ich bin duschen gegangen. Normalerweise trinke ich zumindest nach dem duschen ein Bier. Auch das habe ich weggelassen, weil ich mich auf Dr. House gefreut habe. Dr. House viel Aus, also habe ich ein bisschen Bayern Münschen gesehen. "Ey cool, wenn kein Dr. House kommt, dann guck ich mir two and a half men an!"
Charlie beim trinken zusehen. Naja, auch das ging.
Dann bekam ich ein Angebot dass ich nicht hätte abschlagen können. Es war liebe im Spiel.
Aber ich bin ja gerade bei vollem Bewusstsein, und nicht doof im Kopp. Mittlerweile war ich wohl doof im Kopp.
Die Bayern lagen mittlerweile auch 3 zu 2 zurück nachdem sie 2 : 0 geführt hatten.

Danach habe ich gefurtzt und mir in die Frische unterhose geschissen.

Tja, LIEBER GOTT-------- ich habe nichts getrunken

24.11.10 10:27, kommentieren