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Nirwana, da bist du ja wieder

Ich weis garnicht wo ich gerade anfangen soll irgendwas zu kritisieren. Am besten bei mir selber. Am Montag ist mir klargeworden was ich mich schon seit jahren frage. Also manchmal zumindest.
Ich sah in den Spiegel und dachte nur "Alter du bist nicht ausgeglichen!" Ich wache auf und bin wütend. Ich hasse den morgen weil ich aufstehen muss. Wenn es regnet ist es noch schlimmer. Tagsüber, auf Arbeit, bin ich oft enttäuscht. Und abends rege ich mich auf, wenn ich alleine bin oder wenn mich irgendeiner anruft um mich zu überreden was zu machen auf das ich keinen bock habe.
Ich seh mir dann irgendwelchen scheiss im Fernsehen an. Trinke Bier, oder schlimmeres, Rauche Zigaretten (aber garantier nichts schlimmeres) und irgendwann seh ich auf die Uhr und denke: "Hm, schon wieder Geisterstunde. Jetz kannst du ins Bett gehen!" Das problem ist, dass es mir in diesem Moment nicht besser geht, als Stunden vorher. Ich habe einfach 3 Stunden schlaf verschenkt, was ich am nächsten morgen bereuen werde, was mich wieder frustriert, weil ich einfach nicht aus dem Bett komme....

Oben beschriebene Situation ist eigentlich absolut worst case Szenario. Ich kann es mir garnicht leisten so zu sein. Absolut worst case. Ich rege mich auf, tauge zu nichts und naja, ich bin der einzige der im raum ist. Ich kann niemanden die schuld geben.

Es gibt auch ne Komplett andere Situation in meinem Leben:
Auf Arbeit vertrete ich gerade die Geschäftsstelle. Die "wichtigen" Leute sind ausser haus und ich darf eben die sachen bearbeiten, die sonst liegen bleiben würden. Es ist halt was anderes und es kommt mir doch tatsächlich vor, dass es wichtig ist was ich mache. Zum anderen ist es schon fast wieder lachhaft, dass ich das mal alles so nebenbei mitmache, und immer noch genügend Zeit habe ein Buch zu lesen. Wenn ich früher zur arbeit komme, dann versuche ich mittlerweil nicht mehr das zeit konto meiner Stechuhr zu erweitern, sondern gehe einfach, so früh es möglich ist, ohne zeit zu verlieren.

Und auf einmal ist alles anders. Ich geh einkaufen, hab bock auf Kochen. Manchmal geh ich mit meinen Jungs was essen. Ernährung ist auch ein ganz krasses Thema bei mir.
Gerade die letzten 5 Jahre hab ich einen scheiss darauf gegeben was ich esse. Morgens hab ich nicht gefrühstückt. Mittags hab ich mir unglaublich schnell was reingehaun. Und abends auch noch mal fastfood, entweder mit meinen Brüdern, oder Freunden, im Notfall alleine.

Kein Wunder dass ich dicker geworden bin. Ich habe rausgefunden, dass meine Freunde erscheckt waren, als wir abends Burger essen waren, und ich erzählt habe, dass ich mittags ne Pizza gegessen hab.

Mittlerweile habe ich es so eingebürgert, dass ich mir morgens ein Brot schmiere. Ob ich hunger habe oder nicht, ich überwinde mich ein Brot zu schmieren. Wenn ich auf Arbeit bin, dann hau ich mir das rein als gäbs kein Morgen mehr. Ich genieße es richtig. Käsebrot. Mmm. Natürlich hat mir die letzten Jahre was gefehlt, wenn ich bedenke, dass ich bis 12:00 einen leeren magen hatte.
Ganz leer war er nicht. Es war ja locker schon ein Liter Kaffee intus. Kaffe war das was ich den Tag über getrunken habe. Wasser war für mich was besodneres. Es schmeckt sogar recht gut, wenn man es selten trinkt. Mmmm- Nicht gut.

Meine Wonung ist mir sehr wichtig, und dass ich sie im Stand halte. Putzen ist kein Hobbie von mir, aber ich machs trotzdem ganz gerne. Meisstens Sonntags. Ich lass mir dabei locker ne Stunde Zeit. Es strengt ein bisschen an, aber es geht. Und was soll man am SOnntag schon anderes machen. Manchmal besuch ich meine Oma. Selbst da hör ich von manchen Leuten "Du lässt dich auch nicht mehr blicken!"

Was mich auch ein bisschen zerstört, ernüchtert (das ist für mich manchmal dasselbe) hat ist die unglaubliche unregelmäßigkeit in meinem Leben. Das war dieses Jahr besonders worst case. So schlimm war es noch nie. Seit meinem Umzug, bzw. seit ich mir das alles in den Kopf gesetzt hatte war mein Leben ein Chaos (das wars auch schon vorher, aber hier bewegte ich mich auf des Messers Schneide, in richtung Nervenzusammenbruch).

Bis da alles erstmal über die Bühne war, mein Lieber Gott. Ich hab da so ziemlich alles durchgemacht, was meine Psyche so durchmachen kann. Ich hatte kaum ruhe. Immer waren Leute bei mir, welche mir geholfen haben die wohnung zu bauen, Küch, Bad etc. Das war alles ganz Nett, aber ich hatte stress und null freiraum. Meine Freundin sah, hörte ich nur noch sporadisch, meine Reha wurde nicht genehmigt, mein Leben lag in Scherben.

Komischerweise muss ich sagen, dass ich mich körperlich recht gut bei kräften fühle. Eigentlich hätte ich die Reha gern schon hinter mir. Es nervt mich dass ich solange dafür kämpfen musste. Jetzt wo es laut Kalender eh zu spät "für mich" ist, ist die kLinik auch noch voll. Ich kann nichts planen, gehe mental auf dem Zahnfleisch und hatte ungefähr zwei wochen urlaub in diesem Jahr. Alles ein bisschen Aussergewöhnlich für mich. Aber vielleicht zeigt mir das auch nur wie robust ich bin, und wie gut ich sein kann, wenn erstmal wieder ein bisschen ruhe und struktur in mein Leben kommen "kann".

Musik. Der Wahnsinn. Noch vor ein Paar Jahren machte ich mir vor fast jedem auftritt mit Handicapt in die Hose, weil ich nicht wusste, ob ich das Nervlich und körperlich durchstehe. Ich hatte panik attacken. "Stell dir vor du vergisst die Texte. Stell dir vor du kippst um...." Egal war es, wer oder was mich auf die Bühne getrieben hat. Ich war da oben immer irgendwie allein. An sich hat es auch immer geklappt, im nachhinein. Aber dieses ständige Eingerede des Versagens hat mich fertig gemacht.

Heute ist das anders. Wenn ich vorher weis dass ich auftrete, dann bin ich innerlich irgendwie schon tage vorher erfüllt und bereite mich auf die kleine Mission vor. So kleine Auftritte auf Partys spiel ich mit links. Hat ich gestern erst wieder.

Ich glaube alles in allem liegt mein Problem der unausgeglichenheit daran, dass ich mir das meiste in meinem Leben nicht wirklich zutraue, oder angst davor habe irgendwie zu versagen. Es überfällt mich dann einfach so, und dann bin ich innerlich gelähmt.

Der Vorteil an der ganzen Sache ist, dass das nicht einfach so passiert- Es ist nicht so dass jemand zu mir kommen müsste im Sinne von "Ramon, du tickst nicht sauber. das geht so alles nicht weiter!" Ich kenne mich sehr gut, und weis auch dass ich gerade mal wieder irgendein Problem habe.

Ich löse das normalerweise für mich in einer (für andere) ungewohnten Rückzugsphase. Ich bin dabei, aber irgendwie auch nicht. Ich sitze mittags in der Runde, und beteilige mich nicht an den Gesprächen- Spricht man mich an, gebe ich ne antwort. Vielleicht hab ich so ne art Maske auf, aber ich kann die Gespräche dann immer wieder in die Richtung bewegen, die mich interessiert. Film, Sport, Musik... ich kenne meine Pappenheimer, weil ich mir zum Beispiel auch mal gedanken darüber gemacht habe, wer über was gerne redet, was seine interessen sind. Mit Tom kann man immer sehr gut übers Zocken und Essen reden.
Mit Schlemil rede ich über filme, und seit neuestem Zitieren wir in der MIttagspause Simpsons und irgendwann hören alle einfach nur noch weg, weil sie diese Kleine parallelwelt nicht verstehen können, sollen, wollen, müssen.

In dieser Rückzugsphase, in der ich häufig nur Zuhörer bin, da bekomme ich manchmal, sehr oft eigentlich, mit wie die Menschen so sind. Ich merke wer sich hinterfragt, und wer sich einfach nur präsentiert. Es ist unglaublich. Es ist manchmal ekelhaft widerlich. Manch einer hier hält sich für sowas tolles, und eigentlich willls keiner wissen. Und man kann sie nicht mundtot machen in dem man mit ihnen diskutiert, weil sie wahrscheinlich zu hause über alles nachgedacht haben, was man ihnen als konter bieten könnte. Da kann man nur einsmachen. Auf durchzug schalten, garnicht ernst nehmen, und notfalls mit Nonsens kontern.

Mein Kleiner Wahnsinn. Den trage ich nicht allein. Ich habe es letzte Woche geschafft, dass 4 meiner Kollegen sich dieselbe Gitarre wie ich haben auf die Arbeit liefern lassen. Der post bote guckte schon ganz komisch.

Dieser Gitarrenkonsumrausch kann tödlich sein. Ich liebe gitarren. Und diese war echt ne gute, für nen guten preis. das haben nicht alle verstanden. also einer zumindest nicht. er kauft sich das ding,kritisiert es, Doctert daran rum. und im nachhinein "Naja, für den preis. Also SAntana würd ich jetzt nicht drauf spielen!" Futzi,Futzi! Verdammt. Ein klugscheisser vor dem Herren.

Vielleicht ist das schon wieder viel zu viel geläster. Aber er hatte meine Gitarre irgendwann verstimmt, weil er den hals der gitarre verstelllen wollte. Is ja auch egal, ich hab ihn ja machen lassen. ich wusste garnicht das das geht.

Und als wir teichfest hatte, und ich am liebsten einfach nur verschwunden wäre, bat mich der Chef zu spielen, wie es eben tradition ist, seit jahren. dieser wollte ich nicht entgegen wirken. also spielte ich. Die gitarre bekam ich halbwegs hin. wieder hatte ich so einen moment des erfolges geschaffen.

Anders als sonst, spielte ich nur eigene titel. es waren schon die frecheren sachen. nach jedem song schaute ich ins Publikum, Minister und Präsidenten, mit einer scheinheiligkeit meinerseits, und frage "Wollt ihr noch einen?" und "JAAAA: TÜRLICH" schallt es herein.

Ich durfte es mir wohl erlauben und schloss dann mit "Die Zeit" ab, was ja eher versönlich ist. Naja, der klugscheisser kam dann zu mir "Klingt richig gut jetz die gitarre. der hals is jetz perfekt!"

Ich hätte nicht erwartet dass er mir gratuliert oder so. aber das er sich selbst für m einen auftritt lobt, das fand ich schon ein wenig... naja, ich fand es ein wenig... das wort fällt mir gerade nicht ein.

Ist ja auch wurst. Die Frage die ich mir stelle ist nur die "Wenn ich mich zurück ziehen und die menschen beobachte, die mir dann manchmal so widerlich erscheinen, dann ist es doch mit sicherheit möglich, dass ich für andere auch irgendwann so ein bild darstelle"

Das wäre fatal. Ich will nicht so sein. Aber wer weis es schon genau wie er immer ist. Ich hinterfrage das nur. Ich bin mir sicher, dass es manch einer nicht tut. Wahrscheinlich ist er sogar glücklich damt. Kein Fingerspitzengefühl und andere unbewusst angreifen und verletzen, danach denken dass man gewonnen hat - das sind eigentlich alles dinge für die ich mich schon wieder schämen würde, wirklich.

Vielleicht bin ich nicht der Angreifer, der ich früher war- aber ich bin guter Mittelfeldregisseur. Denfensives Mittelfeld. Ich lass mir eigentlich garnichts gefallen. Ganz im Gegenteil, manchmal sage ich bewusst sachen in den Raum, wo ich genau weis "Jetzt könnt ich vielleicht dumm aufgefallen sein".

Tja, so ist es. Ich denke ich bin auf dem Weg meine innere Stimmer wieder besser zu verstehen. Heute Abend gibts kein Burgerday. Ich will lieber fussball gucken, und dann findet der halt nicht statt. weil eben alle sagen "MIttowoch is Burgerday" obwohl man genauso in die Sportsbar gehen könnte wo die Burger billiger sind. Aber nein, da läuft ja Fussball und das ist nur ein meinem Interesse.

Ach je. Ich brauchn Ladyshave damit ich mir mal wiede ordentlich die Eier rasieren kann.

Nacht

1 Kommentar 15.9.10 10:02, kommentieren



Russel

Keine Ahnung warum ich gerade jetz auf das Thema komme. Wahrscheinlich weil es irgendwie gerade zu meiner zerrütteten Grundwahrnehmung zum Thema Mensch kommt.

Ich hab ja selten Mitleid mit irgendwas was ich lese oder im Fernsehen sehe. Schicksale, Versager, Tragische Helden. Das sind Storys, die ich mir durchlese und die ich nachempfinde, so mehr oder weniger.

Aber als ich gerade bei Ebay "Böhse Onkelz" eingegeben habe, weil ich nach einem T-Shirt (Helden Leben lange.. Legenden sterben nie) gesucht habe da wurde ein Artikel aus der Bildzeitung zur Versteigerung angeboten. Ein Artikel, der wohl letzte Woche erschienen sein muss. Erstmal musste ich schon in mich reinlachen. Wenn ich einen Artikel sehe "John Lennon erschossen" dann könnte ich mir schson vorstellen, dass der ein oder andere Fan vielleicht 10 oder 20 Euro für diesen 30 Jahre alten Artikel ausgeben würde. Aber wie dumm muss man sein, ein Blatt zu kaufen, dass nicht mal ein Jahr alt ist. Und naja, es ist schon bei 3,30 Euro. Aber ein Onkelz Fan wird es mit Sicherheit kaufen.

In dem Artikel ging es um "Böhse Onkelz Sänger hat mein Lenen zerstört".

So viele Jugendliche könnten das behaupten. Aber da geht es eben um den Kerl, den er im Winter auf der Autobahn gerammt hat. Wenn das alles stimmt, und Russel es war, dann muss man sich echt fragen warum man den nicht schon länger vorher verknackt oder bzw. warum solche Menschen sich eigentlich nicht umbringen?

Kann ja sein dass er labil ist und ne schwere kinheit hatte. Wenn man diesen Menschen in die Augen sieht, es gibt genügend Bilder, da sieht man einfach nur, dass er zerstört und unglücklich ist. Vielleicht mach ich mir da echt ein Falsches Bild, aber ich frage mich ob der sich jemals hinterfragt hat... wirklich. Wenn man bedenkt was das eigentlich für ne Karriere war, dann sollte doch die schlimme Vergangenheit damit mal wett gemacht sein.

Worauf ich hinauswill ist, em. Ich glaube Gott ist Kevinfan. Wie oft lag er schon im koma. Wie oft hat er sich mit Drogen zugerichtet? Ich will nicht wissen wieviel Leute er schon verkloppt hat (alles wegen Frauen). Und dann hat er auch noch dieses Ding im Winter gerissen und ÜBERLEBT - ohne jeden Kratzer.

Ich glaube sowas kann man nur überleben, wenn man sich im Leben über nichts gedanken macht.

Vielleicht ist erja garnicht so unglücklich wie ich denke.

4 Jahre minimum

2 Kommentare 20.9.10 11:44, kommentieren

28 Minuten

Noch 28 Minuten bis zum Feierabend. 28 Minuten, die ich früher gehen könnte wenn ich von der Stechuhr her nicht im Minus wäre. Ich habe keine Gitarre auf Arbeit.
Seit heute ist die Geschäftsstelle wieder besetzt. Das heisst ich hab nichmal Arbeit auf Arbeit.

Bis auf dieses Verfickten CDs die ich Brennen muss weil wieder mal ein Richter einen Fehler im Programm kurz vor dem neuen Update entdeckt hat, welches nächste woche rauskommt.

Dann darf ich wieder BRENNEN...

Alles in Allem finde ich diesen Statistik und Rechnungs Lizenzscheiss den ich mache ja ganz unterhaltsam. Aber andererseits zieht es mich runter, wenn ich daran denke, dass ich Erinnerungen zum Lizenzstad seit Juni diesen Jahres im Land rumschicke.

Heute hatte ich die Faxen dicke und hab den Letzten Angerufen und gefleht dass er mir die Mitteilung gibt.

Kein Großer Höhepunkt heute. Die Rentenversicherung gibt der Klinik immernoch nicht den Rehabescheid und ich darf hier im Nirwana schmoren... und bin verdammt VERDAAMMMT.

Wenn ich heute nach Hause komme, dann werde ich kochen. Irgendwas fehlt mir ganz gewaltig momentan. Irgendwas was mit Menschsein zutun hat. Kochen is ne gute Sache.

Mein Essenexperiment verläuft an sich auch recht gut. Ich spare Geld und die Magenschmerzen sind anscheinend tatsächlich daraus resultierend, dass ich bis vor kurzem bis 12 Uhr Mittags nichts zu mir genommen habe. Ausser Kaffee.

Heute habe ich allerdings nur 2 Brote den ganzen Tag gegesse. Ich merke wie sehr mein körper mich schon wieder hasst.

7 Minuten vergangen. Ach scheisse. Was man in der Zeit alles m achen könnte. Und der winter steht so gut wie vor der Türe.

Hm Hm Hm, das gute an der ganzen Sache ist, dass ich weis dass ich hier jammere. Sonst würde ich wahnsinnig werden. Wenn ich das nicht schon bin.

Ich möcht manchmal wissen wie manche Menschen zu Ihrem selbstbewusstsein gekommen sind, die hoch erhobenen hauptes behaupten, dass ....

Faden verloren.

Schmor ich halt noch 19 Minunten...

Alles hat ein Ende, nur die wurst hat zwei

20.9.10 18:12, kommentieren

Noch eine Runde

Morgen ist mein letzter Arbeitstag, für eine längere Zeit. Wie jedes Jahr werde ich in die Reha fahren.
Normalerweise bin ich um diese Zeit schon fast auf dem Heimweg von der Reha.

Ich merke das innerlich, dass mir irgendwas fehlt. Ich merke, dass ich zu lange in der Git war. Länger als sonst jedenfalls. Ich merke auch mittlerweile den nachträglichen Umzugsstress. Mein Geist, meine Nerven. Alles geht gerade so ein bisschen auf dem Zahnfleisch.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich gerade eine krasse Abscheu gegenüber Menschen habe.

Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass hier jeder sagen kann was er will, oder was er vom anderen hält. Ohne Rücksicht auf Verluste. Und wenn sich dann ein "Opfer" auch noch wehrt, dann verstehen die Leute die Welt nicht mehr. Also hier bei mir auf Arbeit. Für mich ist keiner was besonderes.
Nichtmal ich. Jeder kann Täter und Opfer sein. Jeder kann sich selber zum Täter oder zum Opfer machen, solange er lust daran verspürt. Irgendwann merkt man doch eigentlich, dass das alles total beschissen ist.

Selbstdarstellung ist hier GAAAANZ groß geschrieben. Jeder kann über jeden Reden, ihn teilweise vor versammelter Mannschaft blosstellen. Ich habe selbst gemerkt, wie ich mich heute an soner Diskussion beteiligt habe. Es gab einen Streit in der Mittagspause. Ich war leider nicht dabei, habs nur im Nachinein mitbekommen. Protagonistin war dabei selbige Dame, die mich gestern ein bisschen bloßgestellt hat (natürlich ohne es zu merken).

Heute war jemand anderes dran. Son Typ, der naja, der hat halt Probleme. Offensichtlich. Also wenn der Mist redet, dann hör ich garnicht mehr hin. Andererseits ist er ein Grund, warum ich die Mittagspause so mag. Der Typ redet halt überall mit, weis alles Besser, ist Tänzer, Lebenskünstler, Philosoph, Göttlicher LIebhaber und naja. So stellt er sich eben da.

Manchmal denke ich, dass man ihm das Maul stopfen sollte. Und dann wiederum denke ich "Der will einfach ein Bisschen anerkennung. Wird schon merken, wenn er den Leuten auf den Sack geht!"

Ich seh und hör dann einfach nur zu, guck in die Runde, genieße das kleine Schauspiel. Manchmal denke ich mir "Ach deswegen haben die Leute mich früher nie gemocht..." Meisstens denke ich das.

Naja und heute meinte die Kollegin wohl sowas wie "Ach du und dein Gelaber. Das geht mir auf den S..." Daraufhin hat er seine Sachen gepackt und ist gegangen.

Hm. Ich habe mir gedanken gemacht. Beide haben ne schwere Meist. Und beide haben kein Fingerspitzengefühl. Da sind die richtigen aneinander Geraten. Jetzt geht es für beide eigentilch nur noch darum, dass sie genug leute auf ihre seite bekommen, die ihnen recht geben. Da der typ hier aber eh nicht so beliebt ist, wird das wohl schwer für ihn.

Kurz darauf hatte ich auch eine Aussprache mit der Dame. Es ging darum dass ich dringend Urlaub brauche. Ich hätte ja so furchtbar reagiert als sie mich letztens bat meine Zeiterfassung auszufüllen und mein Telefongeld zu bezahlen.

Das ärgerliche war nicht was sie gesagt hat, sonder wie sie es gesagt hat. Und das geht ihr nicht in die Birne. Zusätzlich saß noch ein Kollege hier. Und da lass ich mich nicht so anschnautzen. Noch ärgerlicher war, dass ich kurz vorher schon Geld zusammengesucht hatte und auch die Zeiterfassung für die erste Monatshilfe ausgefüllt hatte.

Nur mal so zum analysieren.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich zu den Leuten gehöre, die in manchen sachen nicht die Zuverlässigsten sind. Das weis ich ja. Ich gehör aber auch zu denen, die sich hin und wieder bessern, und auch mal einsehen, dass man sich mal zusammenreißen Muss.


"Mach das mit der Zeit erfassung BITTE- du bist eh immer einer von den Unzuverlässigen.... Ey und jetz verdreh nicht die Augen"

Wenn der Kollege nicht hier gesessen hätte, dann hätte ich einfach so getan als hätte ich es nicht gehört.

Jedenfalls haben wir uns vorhin darüber ausgesprochen. Sie konnte es nicht verstehen, dass ich so empfindlich reagiert hatte, weil sie es, für ihr eigenes Empfinden, in einem Normalen ton gesagt hat. Und ausserdem wäre ich doch auch unzuverlässig. Also wenn man alle hier im Haus betrachtet, dann gehörte ich ihrer Meinung nach zu den Unzuverlässigen. Wenn man mir sagen würde ich solle um 9 auf arbeit sein, dann käme ich eben um 9:05 oder 9:10, aber eben nicht um 9. Weil ich eben so unzuverlässig wäre.

Ich saß da, hielt inne und dachte nur, dass das alles nicht sein kann. Wie kann mir dieser Mensch sowas sagen? Was erlaubt sie sich. Dann ist es von mir aus eben eine Schwäche. Ich bin nicht beständig, oder sonderlich Punktlich. Das kann sein. Das betrifft die Arbeitszeit. Aber ich habe meine Arbeit bisher immer geschafft. Darauf konnte man sich verlassen. Das ich das hier alles auch mal nicht sonderlich gerne tue gebe ich zu.

Ich weis nicht wie ich das erklären soll. Aber da war so viel fehlendes Fingerspitzengefühl. Ich hätte ja auch mal so richtig blöd kontern können und sagen können

"ja weisst du, wenn du son bisschen mehr Autorität hättest, so wie mein Richter, dann würde ich deine Anweisungen ander entgegen nehmen. Aber weist du, du hörst dich einfach selber gerne reden, nimmst dich oft zu wichtig, und kannst nicht mal googlen. Du hast schwierigkeit ein Worddokument zu erstellen, wenn du eine Grafik einbaun sollst. Das ist das wo ich dir immer helfe weisste. Und dann freust du dich über jedes Kompliment dass man dir macht. Und macht man einem anderen ein Kompliment ist man ein Schleimer. Du hast eine kranke Beziehung zu deinem Sohn. Und em, ja das Haus redet über dich. Sie sagen aber nicht dass du nicht zuverlässig bist. Sie finden dich einfach nur doof. Sie lachen über deine viel zu enge kleidung, deine viel zu weiten ausschnitte (für dein alter, mein gott) und deine Nippel stehen hervor wie zwei hörner"


Sie wäre Kanonenfutter gewesen. Und ich hätte sicher Große Probleme bekommen, wenn ich das gemacht hätte. Ausserdem hätte ich ihre Gefühle, und ihren Stolz so richtig gekillt. Warum hab ich das nicht getan?


!!!WEIL MAN SOWAS EINFACH NICHT MACHT!!!

Ich fühl mich schon scheisse genug, wenn ich mich mal über jemaden lustige mache oder ihn parodiere. Aber eine Schwäche beim anderen zu erkennen, und dann so rein zuhauen. Das wäre doch fatal. DAs wäre unmenschlich. Das wäre "mit Kanonen auf Spatzen"

Ich bin mir sicher, dass ich nicht der beste Mensch bin. Aber ich bin für Diskretion. Anstand. Im Berufsleben zumindest. Ich hab den Laden da oben auch schon ganz alleine Geschmissen, als alle krank oder im Urlaub waren. Ich habe mich nicht beschwert. Ich hab mich auch nicht so aufgefüht. Über ein Lob vom CHef hab ich mich natürlich gefreut. Aber mehr auch nicht.

So verabschiede ich mich morgen für ein Paar Wochen von meinem Dienstherren. Was ich sagen wollte, das hab ich hier geschrieben. Ich bin doch nicht doof. Andere würden jetzt sagen "Gott sei dank habe ich es nicht gesagt und mich zusammen gerissen"

Ich hingehen sage, dass das von vorne herein für mich NoGo war. Ich habe mir die Scheisse angehört, mich hier und da verteidigt. Danach hat man sich die Hände gegeben. Okey, du bist ein Fauler Hund und ich habe den FAlschen ton drauf gehabt.


Trotzdem ist das nicht meine Art, das ganze so.

Versteht mich einer?

23.9.10 18:09, kommentieren

...

So Tag 3 in Höxter und ich komme mal zum schreiben.
Bin also mal wieder in der Reha. Es ist herbst. Es ist kalt. Die Leute hier sind alt. Bis auf eins zwei Bekannte (und den ein oderen anderen neuen sind mir alle fremd) auch der neue. aber ich lerne ihn gerade kennen.

Das Aufnahmegespräch mit der russischen Ärztin war auch recht interessant. Bezüglich der Frage, wieviele Zigarretten ich am Tag rauche antwortete ich: "Naja, 5 - 7. Je nach dem, ob Alkohol im spiel ist.

Dr: Haben Sie übermäßigen Alkoholkonsum?
Ich: Wie? em. Ja, em Also. Kann sein. bestimmt.
Dr: Trinken sie regelmäßig?
Ich: Meinen sie jetzt wie oft, oder wie viel?
Dr: Kaufen sie das Bier kastenweise?
Ich: Ist ein KAsten auch schon Kastenweise?

Sie meint dass meine vermeintlichen Depressionen und die HUmmeln im Arsch davon kommen könnten. Meine Leberwerte seien allerdings Okay gewesen. Mein Blut wird untersucht. Mal sehen was die Analyse ergeben wird.

Jetz hab ich nichtmal mehr lust zu trinken. Ich glaube das das auch mit der Gesellschaft hier zusammenhängt. Also ich beteilige mich immer noch nicht an spieleabenden. Gesternabend habe ich sogar komplett alleine Verbracht.

Ich kann nicht mal sagen dass ich abstinent lebe. Also es fühlt sich nicht so an. Ich denke oft an ein Colaweizen. Dann denke ich wieder daran wie assig es wäre, sich alleine in die Kneipe zu setzen und Bier zu trinken. Das werd ich ja wohl zumindest mal bis zum Wochenende aushalten.

Allerdings steht für Notfälle eine Flasche Whiksky im Auto, eigentlich für alle sichtbar.

Ich muss sagen, dass ich mich nicht wirklich besser fühle. So vom Kopf her. Auch nicht wirklich frischer. DAs hänt aber wohl auch ein Bisschen mit den Therapien hier zusammen. Die erste woche ist immer echt unangenehm. Manchmal will man einfach alles nur noch hinschmeissen.

Andererseits habe ich den Sinn für "Erholung" son bisschen für mich entdeckt. Meine THerapie ist bisher recht gut eingeteilt. Ich mache nicht zu viel oder zu hart. Das war früher so. Reinhauen bis zum geht nicht mehr, und danach party. Ich war die letzten Abende sogar vor 0:00 im Bett.

Gestern war ich schon fast ein bisschen zufrieden, ohne dieses zu hinterfragen. Kann aber auch daran gelegen haben, dass ich mit Simpsons, House, und Bayern (hier gibt es sky) beschäftigt war.
Das kann auch der grund gewesen sein,warum ich gestern auf Gesellschaft verzichtet habe.

Also ich habe seit neuestem Krasse albträume. Ich sehe eigentlich nichts schlimmes, oder schlechtes. Ich fühle einfach nur meine Angst vorm geistigen Bankrott. Ich träume dass ich aufwache und in einem Nirwana hänge und verzweifle. Heute nacht hab ich im Traum gesagt "Wie lange machst du das noch mit?"

Ich bin weit entfernt davon der alte zu sein. Irgendwas in meinem Kopf hat sich vor ein Paar Jahren verschoben und ich habe es nicht ernst genommen. Ich gebe allen den wink mit dem Zaunpfal. Keiner will aber irgend nen Psychischen Schaden bei mir erkennen. Das sind eben Hummeln im Hintern oder unzufrieden heit.

Ich kann nur hoffen dass ich dieses JAhr mal schlauer und erholter Zurückkomme als sonst.

Meine Arbeit vermisse ich überhaupt nicht. Obwohl ich weis, dass ich einen Stapel Briefe auf meinem Schreibtisch hinterlassen habe, habe ich noch keinen Angerufen und gesagt was damit zu tun ist.

Ich denke ich werde da mal am Montag anrufen und denen sagen, dass sie sie rausschicken können.

Was ich echt gut zu ertragen finde ist, dass ich weis dass mir hier und da der Mut fehlt hoffnungsvoll nach vorne zu schauen. Ich habe hier gerade garkeinen Druck. DAs heisst ich kann mich komplett mit mir selbst beschäftigen. Manchmal vergesse ich gerade dadurch wie platt ich eigentlich bin.

In diesem Moment ziehe ich mich daran hoch, dass ich gleich ne Currywurst mit Pommes essen werde.
Es sprach mich auch schon leute auf ein Konzert an. Ich habe gesagt, dass wenn sie sich darum kümmern, dann werde ich spielen.

Ich zwäng mich hier niemanden auf: Ich bin ruhig. Und eigentlich habe ich viel zu viel hunger, als dass ich bis 18 Uhr aufs Abendessen warten will.

Hab mich bisher auch noch nicht rasiert seit ich hier bin. Man sieht es mir an, dass ich nicht so viel wert auf mein Äußeres gebe, dieses Jahr. Ich trage eine Wollmütze, unordentliche Haare darunter und JOgginklamotten.

Vielleicht ist das der neue Anfang. Wahrscheinlich aber nicht.

Ich geh mal mein Wasser trinken (Kein Bier, keine Cola) Nur wasser und Kaffe...

Mal sehen wie lange.

29.9.10 16:54, kommentieren